"Jahrhundert der Senioren" verlangt neues Rollenbild für ältere Menschen!

Die Gewonnene Generation! Zukunftsenquete des Österreichischen Seniorenbundes

Wien (OTS) - Der Österreichische Seniorenbund veranstaltete gemeinsam mit dem Institut für Soziodemographie und dem Dr. Karl Kummer Institut eine Zukunftsenquete "Die gewonnene Generation" in der Akademie der Wissenschaften in Wien. Dabei wurde erstmals in wissenschaftlicher fundierter Form durch die führenden Experten Österreichs das große Thema dieser neuen "gewonnenen Generation älterer Menschen" zusammen mit Vertretern aus Politik und Medien, insbesondere dem ORF, behandelt.

Stefan Knafl, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, betonte, dass das bisher gewohnte Bild der Senioren in der Öffentlichkeit nicht den gewaltigen Veränderungen der gesellschaftlichen Strukturen, welche mit der heutigen Altersstruktur entstanden sind, entspricht. Es hat sich zwischen der ersten und zweiten Generation und der ehemaligen 3. Generation eine neue, geistig und körperlich leistungsfähigere und noch selbstbewusstere Generation - die gewonnene - gebildet. Man müsse sich vom Bild der Senioren im "wohlverdienten Ruhestand" verabschieden, das Bild der "gewonnenen Generation" ist viel bunter und vielschichtiger.

Für eine Neugestaltung der zukünftigen Beziehungen der Generationen in der Gesellschaft bedarf es eines gemeinsamen Dialoges zwischen den Jungen und den Alten. Knafl weiter: "Der Dialog zwischen verschiedenen Interessensgruppen, die aktive Einbeziehung unterschiedlicher Ideen, unabhängig vom Alter, wären Bausteine einer Vision von Altern mit Zukunft. Mögliche Orientierungen in Richtung dieser Vision beinhalten Maßnahmen zur Unterstützung und Durchsetzung der politischen und gesellschaftlichen Teil- habe älterer Menschen und deren Vertreter(innen). Sie bedeuten aber auch den Einstieg in eine Diskussion über Rechte und Pflichten der älteren Generation in Bezug auf Arbeit, alternative Beteiligungsformen und bürgerschaftliche Beteiligung. Alle Auseinandersetzungen um Alters-und Generationenfragen in Österreich zeigen immer wieder fundamentale Wissensdefizite und Lücken.

Es gibt keinen eigenen entsprechend dotierten Forschungsschwerpunkt gerontologischen Zuschnitts, der von öffentlicher Seite und unter Beratung eines eigenen Gremiums, koordiniert, finanziert und evaluiert wird. In der Forschungsförderung ist hier sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene eine Offensive notwendig.

Es bedarf daher auch der raschen Verwirklichung der im Regierungsprogramm enthaltenen Errichtung von Lehrkanzeln für Geriatrie und Gerontologie. Dazu kommt jetzt auf Grund der gesetzlichen Verankerung der Euthanasie in den Niederlanden die massiv geforderte Einleitung von notwendigen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Palliativmedizin und der Palliativpflege. Nur die Maßnahmen zur Sterbebegleitung allein zu lösen ist zu wenig".

Diese Zukunftsenquete ist als Start zu einer breitangelegten Diskussion und Meinungsbildung zu sehen, betonte Knafl abschließend.

Zukunftsenquete - 'Die gewonnene Generation'

11. JUNI 2001, 10 - 17 UHR

VERANSTALTET VON:

ÖSTERREICHISCHER SENIORENBUND
INSTITUT FÜR SOZIODEMOGRAPHIE
DR. KARL KUMMER-INSTITUT

ZUKUNFTSENQUETE "DIE GEWONNENE GENERATION"

Das gegenständliche hochaktuelle Thema behandelt Erkenntnis und Tatsache, dass aufgrund der aktuellen und noch viel mehr der zukünftigen Alterstruktur in unserer Gesellschaft eine noch nie zuvor gekannte Zahl älterer Menschen und erstmals in der Geschichte so viele Generationen gleichzeitig leben.

Dabei steht die praktisch "neu dazugekommene" Generation jener Senioren im Mittelpunkt des Interesses der zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung, die einerseits voll auf der Höhe der Zeit sind und mitten in einem aktiv gestalteten Leben stehen sowie andererseits noch nicht durch die Leiden des Alters daran gehindert sind.

Diese "gewonnene" Generation leistet auch Bedeutendes sowohl gegenüber den Jüngeren (zum Beispiel wirtschaftlich, finanziell,in der Betreuung der Kinder) als auch gegenüber den Älteren (zum Beispiel für Betreuung und Pflege).

Die für alle Bevölkerungsgruppen, ob jung oder alt, ob erwerbstätig oder pensioniert, in hohem Maß relevante Themenstellung soll nun hier erstmals auf fachlich höchster Ebene ganz konkret hinsichtlich der wesentlichen Aspekte und Aufgabenstellungen diskutiert und analysiert werden, um den zwingend notwendigen öffentlichen und medialen Diskurs auf eine seriöse, wissenschaftlich fundierte Basis zu stellen.

Als Referenten leisten hervorragende Fachleute die wesentlichen Fachbeiträge.

Darüberhinaus konnte als Medienpartner der ORF gewonnen werden.

Programm:

Begrüssung Dr. Manfred Jochum
ORF Hörfunk-Intendant

Einleitung und Moderation Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann Abgeordneter zum Nationalrat

Referate "Der demographische Hintergrund"
Univ.Doz. Dr. Josef Kytir
Institut für Soziodemographie der
Österr. Akademie der Wissenschaften

"Neue Bilder des Alters - soziologische Verschiebungen, veränderte Deutungen"
Univ.Prof. Dr. Leopold Rosenmayr
Ludwig Boltzmann-Institut für
Sozialgerontologie und Lebenslaufforschung

"Ältere Menschen - Wirtschaft und
Arbeitsmarkt"
Dr. Josef Taus
Dr. Karl Kummer-Institut für Sozial- und Wirtschaftspolitik

"Was machen die Älteren?"
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Institut für Soziologie, Universität Graz

"Die Niederlande - ein Beispiel ?"
Mag. Dr. Christine Kasper
Institut für Germanistik / Abt. Nederlandistik, Universität Wien

Podiumsdiskussion mit obigen Referenten und Impulsreferate von

Prof. Josef Steurer
Dr. Karl Kummer-Institut für Sozial- und Wirtschaftspolitik

Dr. Manfred Jochum
ORF Hörfunk-Intendant

Silvia Fuhrmann
Gf. Bundesobfrau der Jungen Volkspartei

Zusammenfassung und Schlussworte

"Die gewonnene Generation - ein neues Bild der Senioren" LH-Stv.a.D. Stefan Knafl
Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes

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