Ohne Qual durch Berg und Tal

Herz-/Kreislaufversagen häufigste Todesursache beim Bergwandern - Institut "Sicher Leben" empfiehlt regelmäßige Konditionsübungen und Gesundheitschecks

Wien (OTS) Die Wandersaison hat begonnen - schönes Wetter und der bevorstehende Feiertag werden auch dieses Wochenende wieder viele Naturfreunde in die Berge locken. Bergwandern zählt neben Radfahren und Schwimmen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Österreich. Rund 2,6 Millionen Wanderer folgen jedes Jahr dem Ruf der Berge. Bei rund 60 Bergfreunden führt die Anstrengung aber jedes Jahr meist völlig überraschend zu einem tödlichen Herzinfarkt oder Herz-Kreislaufversagen. Jeder zweite Todesfall beim Wandern in den Bergen ist demnach Herz-/Kreislaufversagen (gesamt rd. 120 Tote pro Jahr). Todesstürze durch Stolpern oder Ausrutschen stehen entgegen der verbreiteten Meinung erst an zweiter Stelle.

Höchstes Risiko für Männer über 50 Jahren
Männer sind vom Herztod rund siebenmal häufiger betroffen als Frauen. Besonders gefährdet sind konditionsschwache Berggeher ab dem 50. Lebensjahr, die ohne Vorbereitung in die alpinen Regionen aufbrechen. Das Institut "Sicher Leben" empfiehlt gerade Männern im besten Alter, regelmäßig ihr Herz bei einem Belastungs-EKG zu überprüfen. Weiters sollten sich Bergfreunde mit schwacher Kondition durch Ausdauersport fit für den Aufstieg machen, denn Bergwandern ist kein Spaziergang, sondern Ausdauersport.

"Sicher Leben"-Tips für Wanderer
- Regelmäßiger Herz-Kreislauf-Check
Herzrisikogruppen wie Raucher, Diabetiker oder Übergewichtige sowie Männer ab dem 50. Lebensjahr sollen regelmäßig ihr Herz bei einem Belastungs-EKG überprüfen lassen.

- Ausdauer trainieren, Belastung langsam steigern
Nur in guter körperlicher Verfassung in die Berge gehen. Belastung während des Bergaufenthaltes allmählich steigern. Wanderer mit schwacher Kondition sollten sich vor Beginn der Wandersaison durch regelmäßige körperliche Betätigung fit machen. Geeignet sind vor allem Konditionstrainings wie Joggen oder Radfahren. Je nach Trainingszustand und Alter liegt die höchste Pulsfrequenz 120 bis 150. Das entspricht 50 bis 60 Prozent der maximalen Leistungskapazität.

- Kein falscher Ehrgeiz!
Müdigkeit und Erschöpfung sind die größten Gefahren in den Bergen. Marschroute und Distanz daher nach den körperlichen Fähigkeiten ausrichten. Kein Ziel ist es wert, um jeden Preis erreicht zu werden.

- Alle zwei Stunden Proviantrast
Alle zwei Stunden sollte eine kurze Proviantrast eingelegt werden, um den Körper nicht auszulaugen. Nur leichte, fettarme Nahrung in kleineren Portionen essen. Der Körper braucht zur Verdauung eines vollen Bauches zuviel Energie - Energie, die einem beim Gehen und Steigen abgeht.

Wanderschuhe: Leider kein Garant gegen Ausrutschen!
Rund 5.500 Wanderer verletzen sich jedes Jahr bei Ausrutschern in den Bergen. Das sind etwa zwei Drittel aller Verletzten beim Bergwandern (rd. 9.000). Etwa 30 Menschen sterben dabei jedes Jahr. Nach Herz-und Kreislaufversagen ist demnach das Ausgleiten die häufigste Todesursache beim Wandern in den Bergen.
Die wenigsten Verletzten oder Toten sind Halbschuhtouristen. Die meisten Unfallopfer tragen Wander- oder Trekkingschuhe mit ausreichendem Profil. Diese bieten bei trockener Witterung zwar guten Halt, sind aber auf nassen oder aufgeweichten Untergrund oft wenig griffig. Zu den meisten ungewollten Rutschpartien kommt es mit diesen Schuhen beim Bergabgehen auf nassem Gras.

Profil alleine reicht nicht
Das Institut "Sicher Leben" fordert daher Normen und einheitliche Prüfverfahren für die Rutschhemmung bei Wanderschuhen.

Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben": "Einen Wunderschuh für alle Bodenverhältnisse gibt es nicht. Es ist aber schon möglich, verschleißfeste Schuhsohlen mit hoher Rutschhemmung für nassen und trockenen Untergrund herzustellen. Man kann heute Winterreifen kaufen, die auf trockener Fahrbahn komfortabel zu fahren sind, auf Schnee und Eis aber trotzdem ausgezeichnet greifen. Die Griffestigkeit ist schon lange ein Qualitätskriterium für Autoreifen. Warum nicht auch für Wanderschuhe?"

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