"Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz"

Industrie fordert Verpflichtung der Politik zu nachhaltiger Entwicklung - EU-Gipfel soll Nachhaltigkeit auch in Österreich zur "Chefsache" machen

Wien (PWK424) Die Diskussion um eine europäische Nachhaltigkeitsstrategie wird einer der Schwerpunkte des EU-Gipfels von Göteborg Mitte Juni sein. Der Entwurf dieser Strategie wurde kürzlich von der EU-Kommission präsentiert und fasst die wichtigsten Probleme und Herausforderungen der Europäischen Union am Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zusammen. Parallel dazu - und in Vorbereitung auf den "World Summit on Sustainable Development", der 2002 in Johannesburg unter dem Stichwort "Rio + 10" stattfinden und die globalen Entwicklungen seit der Umweltkonferenz von Rio im Jahr 1992 zum Inhalt haben wird - wurde kürzlich das "Grünbuch für eine österreichische Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung" erstellt, das auch gleichzeitig den österreichischen Input am EU-Gipfel von Göteborg darstellen soll.

"Die österreichische Industrie unterstützt grundsätzlich das Bemühen, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie auszuarbeiten. Diese soll aber nicht das Schicksal anderer Strategien, Pläne und Programme erleiden, die zwar höchst ambitioniert sind, aber mangels politischer Zuständigkeit nicht umgesetzt werden. Wichtig ist für uns daher vor allem die Koordination auf höchster politischer Ebene, um zu verhindern, dass miteinander nicht abgestimmte sektorale Politiken den Kern der Nachhaltigkeits-Idee, nämlich den integrativen Blick auf soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen, zunichtemachen. Es sei enorm wichtig, bei der Festlegung von konkreten Zielen Mut für Visionen zu haben, ohne den Boden der Realität zu verlassen und damit die Sicherung des Standorts Österreichs aus den Augen zu verlieren, erklärte der Umweltexperte der Bundessektion Industrie, DI Oliver Dworak.

Bereits im Vorjahr hat die Bundessektion Industrie in einer branchenübergreifenden Projektgruppe, dem Industrie-Expertenforum Nachhaltige Entwicklung, ein Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung in der österreichischen Industrie erarbeitet. In diesen Prozess miteinbezogen waren Experten aus Mitgliedsunternehmen und Fachverbänden. Die wichtigste Aussage dabei: Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz. Die integrative und gleichrangige Betrachtung der Dimensionen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft erfordere politische Verpflichtung und die Ausrichtung neuer und vorhandener Strategien, Pläne und Programme auf das Gesamtziel einer zukunftsfähigen Lebens-und Wirtschaftweise. Verantwortung müsse gemeinsam von allen Akteuren in der Kette bis hin zum Konsumenten wahrgenommen werden - und dürfe nicht einseitig dem Produzenten angelastet werden. Bemühungen der Unternehmen, integrative Ansätze bei ihren Prozessen, Produkten und Dienstleistungen zu verwirklichen und damit win-win-win-Situationen für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft zu schaffen, müssen durch transparente und flexible Rahmenbedingungen unterstützt werden. Die österreichische Industrie habe in einigen Bereichen - Stichwort nachwachsende Rohstoffe - großes Innovationspotenzial, das es zu stärken gilt.

"Eine der größten Herausforderungen am Weg zu nachhaltiger Entwicklung wird das Thema Klimaschutz sein. Für die im internationalen Standortwettbewerb stehende Industrie ist das weitere Verhalten der USA in der internationalen Klimapolitik von großer Bedeutung. Klimaschutz als globales Problem erfordert auch globales Engagement. Vorleistungen der Industrie müssen anerkannt werden. Es geht darum, neue Belastungen für Unternehmen zu vermeiden, gleichzeitig aber notwendige Anpassungen zu unterstützen, neue Chancen zu eröffnen, und neue Märkte und Geschäftsfelder zu erschließen", fasst Dworak zusammen (hp)

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