Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Arbeitskraft "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Mensch und Arbeitskraft

Ausgabe vom 7. Juni 2001 Klagenfurt (OTS) - Mensch und Arbeitskraft - Die österreichische Volkspartei - verwurzelt in ihren christlich wie wirtschaftsorientierten Ideologien - hat sich ihrer kirchlich-mitmenschlichen Bestimmung entledigt. Entledigt am Altar ihrer Verfreiheitlichung. Just jene ÖVP, die das Taferl einer familien- und kinderfreundlichen Partei zum innovativ schwarzen Aushängeschild erklärte, hat im Sog ihres blauen Koalitionspartners die Werte der Familie - nennen wir es freundlich - "vergessen". Quasi über Nacht wurden Familienzusammenführungen als nichtig erklärt. Quasi über Nacht erfolgte der Radikal-Schwenk hin zu einem Zuwanderungs-Credo, das nicht länger den Menschen an sich sieht. Gesehen - und als "würdig" der Migration befunden - wird die Arbeitskraft. Die Fachkraft. Der Produktionsfaktor. Der Mensch, reduziert auf den Leistungsgedanken. Dann gut genug, unser Land als Teil einer Quote zu besiedeln, wenn die Notwendigkeit des Arbeitsmarktes nach ihm ruft. Es sind die Bedürfnisse der Wirtschaft, die über Mitmenschlichkeit entscheiden. Sie diktieren oder verbieten, wie familienfreundlich Österreich gegenüber "Fremden" sein darf. Es ist zum Schaden einer humanitär geprägten Nation, wenn heute eine staatstragende Partei, wie es die ÖVP über Jahrzehnte ist, ihren Meinungsumschwung nicht nur sprunghaft vollzieht, sondern diesen auch wortgewaltig als zwingende Notwendigkeit untermauert. Zwingend für die Wirtschaft des Landes. Ergo zwingend für unsere Glückseligkeit. Denn: Wir sind wir. Und so weiter, und so weiter ...

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