"Kleine Zeitung" Kommentar: "Der Trotzkopf" (von Robert Zechner)

Ausgabe vom 7.6.2001

Graz (OTS) - Da kratzt schon wieder einer an der brüchigen
Fassade des Koalitionsfriedens. Während die Herren Khol und Westenthaler bei ihren gemeinsamen Pressekonferenzen um die Wette lächeln und sich Kanzler und Vizekanzlerin nach dem Ministerrat gegenseitig Rosen streuen, platzt plötzlich ein Störenfried in die Runde. Nein, nicht der aus dem Bärental.

Es ist der schwarze Wirtschaftsminister, rot vor Wut. Martin Bartenstein ist sauer. Auf die FPÖ.

Für gewöhnlich ist Martin Bartenstein nur ehrgeizig. Sein Ehrgeiz bringt ihm mitunter Applaus. Vor einem Jahr etwa, im Club der Wirtschaftspublizisten: Bartenstein kündigte vollmundig die Liberalisierung der Ladenöffnung an. Dann ging der Ehrgeiz mit ihm durch, der Minister schickte gegen alle Widerstände ein nicht akkordiertes Papier in die Begutachtung. Bis er von der FPÖ unsanft aus seinem wirtschaftsliberalen Wunschtraum gerissen wurde.

Den großen Handelsketten muss Bartenstein melden, dass Österreich das Ladenschlusslicht Europas bleibt. Schuld sind die anderen: "Das ist nicht der Reformwille, mit dem diese Regierung angetreten ist", schimpft der verhinderte Reformer laut in Richtung FPÖ. Was er für seine Trotzaktion bekommt, weiß man nicht. Bestimmt keinen Applaus. ****

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