Ministerium unterstellt Arbeitslosen Missbrauch bei Kranken- ständen - AK-Präsident kontert: "Arbeitslosigkeit macht krank"

Linz (AKO) Arbeitslose würden Krankheiten vortäuschen, um mit den Unterbrechungen ihren Arbeitslosengeldbezug zu verlängern. "Es ist einfach unglaublich. Menschen, die durch ihre Arbeitslosigkeit und dem damit verbundenen erhöhten Krankheitsrisiko ohnehin doppelt belastet sind, werden auch noch als Sozialschmarotzer hingestellt", empört sich AK-Präsident Hubert Wipplinger.

Arbeitslose liegen bei den Krankenstandstagen weit über den Durchschnitt. Sozialexperten des Wirtschaftsministeriums vermuten Missbrauch und empfehlen, die Krankenstände der Arbeitslosen verstärkt zu prüfen.

"Dem Wirtschaftsministerium dürfte entgangen sein, dass es etliche wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die einen direkten Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheitszustand nachweisen. Keine Arbeit zu haben belastet enorm und macht krank", merkt AK-Präsident Wipplinger an. Dazu kommt, dass es die gesundheitlich beeinträchtigten und leistungsgeminderten Arbeitnehmer sind, die als erste den Kündigungsbrief erhalten. "Seit die jetzige Regierung den Entgeltfortzahlungsfonds abgeschafft hat und die Unternehmer für die Lohnfortzahlung kranker Arbeiter nun selbst aufkommen müssen, hat sich das sogar noch verschärft", stellt Wipplinger fest.

"Und auch der Rat, kranke Arbeitslose besser zu kontrollieren, geht ins Leere", so Wipplinger. Die Krankschreibung bei Arbeitslosen sei sowieso viel strenger als bei Berufstätigen. Wären sie theoretisch in der Lage, auch nur die allerleichteste berufliche Tätigkeit zu verrichten, gibt es keinen Krankenstand. Diese medizinische Entscheidung hat der Arzt vertragsgemäß gegenüber der Gebietskrankenkasse zu verantworten.

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