Gewerbeverein: Strukturreform bei Krankenversicherung

Wien (OTS) - WKÖ-Mitterlehner liegt richtig, wenn er erkennt, dass High-Tech-Medizin auf Sicht nicht mit den derzeitigen Beiträgen zu finanzieren sei. Dem Ansinnen auf drastische Erhöhung der Höchstbeitagsgrundlage kann der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) -so Sprecher Herwig Kainz - nichts abgewinnen:

- Alle Parteien sagten ausnahmslos zu, dass die Lohnnebenkosten nach der Wahl 1999 zu senken seien - das krasse Gegenteil war der Fall. Nun soll die Schraube nicht wieder nach oben gedreht werden.

- Verschiedene Leistungen der Krankenversicherung sind an die Beitragsgrundlage gekoppelt. Soll wie bei einer der letzten Pensionsversicherungsreformen wieder der Fehler gemacht werden, die Leistungen mit den Beiträgen zu steigern?

- Die Begehrlichkeit die Höchstbeitragsgrundlagen zu synchronisieren liegt nahe: Mitterlehner fordert die Politik förmlich heraus, auch die Pensionsversicherung insbesondere für den Arbeitgeber - und damit die Lohnnebenkosten - enorm zu verteuern.

Fest steht - so Kainz - dass im Gegensatz zur Pensionsversicherung Sanierungsversuche bei der Krankenversicherung nicht einfach über das Antrittsalter zu betreiben sind.

Der ÖGV sieht für die Sanierung der Krankenversicherung folgenden Stufenplan vor:

- Zuerst sind Einsparungsmaßnahmen im System vorzunehmen.

- Nächster Schritt ist eine drastische Reduzierung des größten Kostenblocks der Krankenkosten - bei den Ärzten. Ihre Lobby hat sich bisher geschickt aus allen Diskussionen heraushalten können.

- Wesentlichste Strukturfrage ist allerdings, warum der Arbeitgeber - wie zu Zeiten der Einrichtung der Krankenversicherung durch Bismarck im 19. Jahrhundert - die Hälfte der Krankenversicherung weiterhin bezahlen soll. Immerhin sind Krankheiten in der sozialen Krankenversicherung entweder Schicksal oder selbst durch Lebensgewohnheiten verursacht. Dafür kann der Arbeitgeber nichts. (Arbeitsunfälle werden ja von der Unfallversicherung bezahlt). In einer Zeit, in der der Krankenversicherte sich bereits durch erfreuliche Verlängerung der Lebenserwartung fast zur Hälfte seines Erwachsenendaseins nicht mehr im Berufsleben befindet, ist nicht einzusehen, warum der Arbeitgeber die Kosten für Krankheiten in der Pension via Umlage noch stärker als bisher zahlen soll.

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