Schicker: "Zukunft findet Stadt"

Arbeitsschwerpunkte der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr

Wien, (OTS) - Mit den "100 Projekten für Wien" hat die Stadtregierung den Startschuss zur Umsetzung der Wiener Visionen 2010 gegeben. Wie Stadtrat DI Rudolf Schicker dazu am Mittwoch im Rahmen eines Pressegespräches betonte, bedeutet das für die Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr für die kommenden fünf Jahre die Erstellung eines Masterplans Verkehr für Wien sowie die Erstellung eines Stadtentwicklungsplans 2005. Ziel ist es, die Weltoffenheit Wiens als die Metropole im südlichen Zentraleuropa abzusichern. Zwei Prinzipien werden dabei im Vordergrund stehen: Gender mainstreaming -also die gleichberechtigte Umsetzung der Geschlechter-Interessen -in der Stadtentwicklung sowie die permanente Kommunikation mit den BürgerInnen (Bürgerbeteiligung).****

Wenn der Stadtentwicklungsplan (spätestens) 2005 fertig gestellt sein wird, dann fällt dies genau in den Zeitrum der frühestmöglichen Erweiterungsphase der EU - Wien wird also die Metropole im südlichen Zentraleuropa sein. Stadtentwicklung bedeutet dann auch Regionalentwicklung, nämlich dass die Vienna Region mehr als die bereits heute laufenden Kooperationen im Rahmen der PGO (Planungsgemeinschaft der Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland) und im wirtschaftlichen Bereich zu leisten haben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch eine Assoziierung der Region Bratislava erzielt werden. Neben der Kooperation mit unserer unmittelbaren Nachbar-Hauptstadt Bratislava wird das Städtenetzwerk, das Wien in den letzten 5 Jahren in mittlerweile 10 zentraleuropäischen Metropolen aufgebaut hat, intensiv für das Vorantreiben gemeinsamer Entwicklungen in der an der bisherigen EU-Außengrenze neu entstehenden europäischen Region genutzt.

Weltoffenheit in der Stadtentwicklung bedeutet auch, dass sich Wien in einem äußeren Erscheinungsbild unter Berücksichtigung seines historischen Erbes als Stadt der Zukunft präsentiert: Der Wettbewerb der bereits international arrivierten ArchitektInnen und der nachwachsenden ArchitektInnen-Generation wird in positiver Konkurrenz "provoziert". Es wird ein Hochhauskonzept entwickelt, das die Kriterien der Stadtgestaltung ebenso berücksichtigt wie die Kriterien der räumlichen Entwicklung (insbesondere die Standort-Gunst durch leistungsfähigen öffentlichen Verkehr). Der öffentliche Raum wird weiter aufgewertet: Dazu wird ein mit den Bezirken vorzuschlagendes 50-Orte-Programm unter Einbeziehung der Interessen der AnrainerInnen (Bürgerbeteiligung) entwickelt, das planerisch unterstützt wird. Die Entwicklungschancen untergenutzter Stadträume werden verstärkt und dazu ein "Zielprogramm Gürtel" und ein "Masterplan für die Zone Donaukanal" entwickelt. Zur raschen und effizienten Umsetzung werden Projekt-Koordinationen eingesetzt. Im Falle des Programms für den Donaukanal wird der Stadtplanungsexperte DI Klaus Steiner die Koordination übernehmen.

Weltoffenheit in der Stadtentwicklung bedeutet auch, dass Wien als Zentrum im südlichen Zentraleuropa eine geeignete Verkehrsinfrastruktur benötigt. Wien muss TEN-Knoten sein. Im Rahmen der europäischen Verkehrsplanungen spielte Wien bisher lediglich die Rolle des Standortes der EU-Planungsstelle TINA - die hier angesammelte Expertise wird durch Einrichtung einer Wiener Task-Force für europäische Verkehrspolitik genützt. Die europäische Dimension wird im Rahmen der Arbeiten am Masterplan Verkehr für Wien ebenso beachtet wie die der Vienna Region und die innerstädtische. Der öffentliche Verkehr (in der Region) soll gestärkt und dazu der Bund in die Pflicht genommen werden. Für den Fall, dass die ÖBB Widmungsgewinne für den Ausbau des Bahnhofs Wien und des Knoten Wien verwenden, ist Wien bereit, die entsprechenden Widmungen für nicht mehr benötigte Bahnanlagen rasch zu gewähren

Die Straßenplanung wird dort, wo sie zur Entlastung der Wohngebiete und etwa bereits überlasteter Verbindungen (A 23) nötig ist, weiter vorangetrieben und dem Bund wird angeboten, diese Planungen auch für ihn zu übernehmen. Vordringlich sind dabei neben der B 301 (deren Baubeginn aus Wiener Sicht im Herbst erfolgen kann) die Anbindung an die Abfahrt Simmering der A 23 und eine sechste Donauquerung. Zur Anbindung an die A 23 wird - neben einer Strategischen Umweltprüfung im Nordosten Wiens - derzeit in Varianten geplant. Eine Umfahrung Wiens, die letztlich den Ring um Wien schließen kann (Nordost UND Nordwest-Umfahrung), ist Ziel dieser Planungen. Der Masterplan Verkehr für Wien wird jedenfalls auch die sanften Verkehrsmittel berücksichtigen und den Fragen der Verkehrssicherheit breiten Raum geben.

Verkehr in Wien: Kurzfristige Überlegungen

Die Verkehrssituation im Raum Wien ist durch ständige Überlastungen großer Teile des Straßennetzes und die Untätigkeit der Bundesregierung für immer mehr Menschen unerträglich geworden. Zwar wäre es Illusion, anzunehmen, dass eine neue Stadtregierung, ein neuer Verantwortlicher für Verkehr in Wien die Situation rasch und nachhaltig gleichermaßen entschärfen kann. Aber es wird neben den bereits erwähnten längerfristigen Vorhaben kurzfristig

o geprüft, ob ein Fahrverbot für Schwerfahrzeuge in Spitzenzeiten

umsetzbar ist (wenn es dadurch nicht zu unzumutbaren Belastungen in den angrenzenden Bezirksbereichen kommt)
o eine Informationsoffensive Verkehr im Großraum Wien gestartet
o die Planung für die B225 durchgeführt
o die Verbreiterung der A23 zwischen dem Knoten Prater und

St. Marx durchgeführt
o die Verbesserung der Verbindung A4/A23 in Angriff genommen.

Klar muss allen Beteiligten aber sein, dass Verkehrsprobleme in allen Großstadt-Regionen Europas und der Welt bestehen und dass nur gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden kann. Das bedarf auch der Mitwirkung und der Einstellungs- bzw. Verhaltensänderung der VerkehrsteilnehmerInnen - und der Mitwirkung der Medien. (Schluss) gb

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