WKÖ-Präsident Leitl unterstützt Konzept einer Mitteleuropäischen Partnerschaft

"Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien und Slowakei stellen gemeinsam mit Österreich einen enormen Wirtschaftsfaktor für Europa dar"

Wien (PWK413) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, hat heute anlässlich der in Wien auf Initiative von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner tagenden Regionalkonferenz die Bildung einer Mitteleuropäischen Partnerschaft durch Tschechien, Ungarn, Österreich, Polen, Slowenien und der Slowakei im Vorfeld der EU-Erweiterung unterstützt.

"Österreich hat im letzten Jahr Waren im Wert von rund 8,5 Mrd Euro in diese Länder exportiert und Waren im Wert von fast 7 Milliarden Euro importiert. Diese Ländern stellen gemeinsam mit Österreich einen enormen Wirtschaftsfaktor für Europa dar. Österreich exportierte gemeinsam mit diesen Ländern Waren im Wert von 119,2 Milliarden Euro in den EU-Raum und importierte von dort Waren im Wert von 137,9 Milliarden Euro. Gemeinsam bringen wir es auf ein BIP von 532,1 Milliarden Euro und haben 72 Stimmen im EU-Rat. Zum Vergleich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien haben je 29 Stimmen im EU Rat", sagte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich.

Für Leitl stellt diese Initiative einen ersten Schritt zur Umsetzung des Konzepts einer funktionierenden Partnerschaft in Mitteleuropa dar. " Durch die Bündelung von Anstrengungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie, Umwelt, Kommunikation und Verkehr, Justiz und Inneres, Jugend, Wissenschaft, Kultur und regionale Zusammenarbeit können wir gemeinsam besser unsere Ziele und Interessen in Europa vertreten. Das gegenseitige Verständnis bietet eine gute Voraussetzung, um auch bei schwierigen Fragen Lösungen zu erleichtern", sagte Leitl, für den die von der Außenministerin ins Leben gerufene Partnerschaft "nichts mit Hegemonie, falscher Nostalgie oder neuer Blockbildung innerhalb der EU" zu tun hat.

Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich ist es wichtig, bereits jetzt an der Schwelle zur EU-Erweiterung die Zusammenarbeit zu verstärken, und umso mehr danach, wenn sich die Länder Mitteleuropas mit den alltäglichen Problemen innerhalb der EU auseinandersetzen werden müssen. "Zusammen haben wir noch mehr wirtschaftspolitisches Gewicht innerhalb der Union. Mit der Schaffung der Mitteleuropäischen Partnerschaft gibt Außenministerin Ferrero-Waldner dem EU-Erweiterungsprozess einen zusätzlichen Impuls von dem nicht nur die Region, sondern gerade auch der Wirtschaftsstandort Österreich stark profitieren wird", sagte Leitl.

Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich hält es "für sehr klug", sich Gedanken zu machen, welche regionalen Interessen von den Staaten der Region in Brüssel gemeinsam eingebracht werden können. Diese Frage wird sich nach Ansicht von Leitl nach dem Beitritt immer wieder stellen. Hiefür bieten Benelux und die Nordische Zusammenarbeit ein Vorbild. "Warum sollen Österreich und seine Nachbarn nicht auch von einer solchen Kooperation profitieren dürfen? Immerhin bildet dieser Raum nach der EU Österreichs zweitwichtigen Handelspartner", sagte Leitl. Österreich exportiert Waren im Wert von 144 Mrd Schilling (16 % unserer Gesamtexporte) in die MOEL. 2000 konnte ein Exportwachstum von 22 % erzielt werden. Österreichs Firmen exportieren vergleichsweise mehr in das kleine Slowenien mit seinen 2 Mio Einwohnern als nach Russland oder ganz Afrika. Auch in den ersten 2 Monaten dieses Jahres haben die Exporte in die MOEL um über 20 % zugenommen", so Leitl.

Leitl verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass heute bereits rund 100 sogenannte "Headquarters" internationaler Unternehmen in Österreich existieren, die von hier aus den Mitteleuropäischen Markt betreuen. "Dieser Standortvorteil erhält in Österreich rund 40.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Überdies ist Österreich mit 41,8 % (2000) aller ausländischer Direktinvestitionen größter Investor in Slowenien, an zweiter Stelle in der Slowakei und viertgrößter Investor in Ungarn. Damit haben österreichische Direktinvestitionen auch tausende Arbeitsplätze im mitteleuropäischen Raum geschaffen", sagte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. (Ne)

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