KfV: NEUER TV-SPOT SOLL GURTANLEGEMORAL DER ÖSTERREICHER HEBEN - NOCH IMMER SPIELT JEDER VIERTE LENKER MIT DEM TOD

Auf Initiative des Bundesministers für Inneres wurde gemeinsam mit dem ORF ein neuer TV-Spot produziert

Wien (KfV-Presse) - "Im Jahr 2000 starben täglich drei Menschen
auf unseren Straßen - bei 42.126 Unfällen mit Personenschaden verunglückten 976 Verkehrsteilnehmer tödlich, 54.929 wurden verletzt," so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). "Mit den bisherigen Verkehrssicherheitsmaßnahmen sind wir an Grenzen gestoßen. Was wir brauchen, um die Eckdaten der Unfallbilanz zu senken, ist ein integratives Maßnahmenpaket. Nur eine Mischung aus gesetzlichen Neuregelungen mit strikter Kontrolle, Bewußtseinsbildung sowie verkehrsorganisatorische und straßenbauliche Maßnahmen kann Unfälle reduzieren," so Thann weiter. Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit im letzten Jahr war Bewußtseinsbildung in den beiden zentralen Problemfeldern Geschwindigkeit und Alkohol mit Hilfe zweier TV-Spots.

"Rasen tötet" - Nichtangepaßte Geschwindigkeit bleibt Killer Nummer 1

Im Jahr 2000 waren knapp 40% der tödlichen Unfälle auf nichtangepaßte Geschwindigkeit zurückzuführen. Die KfV-Geschwindigkeitserhebung 2000 stellt den Österreichern ein schlechtes Zeugnis aus: So überschreitet rund jeder zweite Lenker (53%) Tempo 50 im Ortsgebiet und 83% der Lenker halten sich nicht an die Tempo 30-Beschränkung in verkehrsberuhigten Zonen.

Jeder zweite Pkw-Alleinunfall im Freiland wird von jungen Fahrern verursacht

Eine gefährliche Mischung im Straßenverkehr ist nichtangepaßte Geschwindigkeit gepaart mit jugendlichem Übermut. Beispiel Alleinunfälle - sie gelten als deutlicher Indikator für zu hohes Tempo: Im Jahr 2000 machten 9.403 Alleinunfälle insgesamt rund 22% am Gesamtunfallgeschehen aus. 3.317 Alleinunfälle wurden von Pkw-Lenkern im Freiland verursacht. Die Hälfte dieser Unfälle geht - wie auch schon 1999 - auf das Konto von 18-24jährigen Lenkern.

"Alkohol am Steuer tötet" - Weniger Tote bei Alkoholunfällen im Jahr 2000 als im bisherigen "Rekordjahr" 1998

Die Anzahl der durch Alkoholunfälle Getöteten hat einen historischen Tiefstand erreicht: 68 Todesopfer waren im Jahr 2000 durch Alkohol am Steuer zu beklagen - das sind 27% weniger als 1999. Zur Erinnerung: 1998 kamen 82, 1999 sogar 93 Menschen bei Alkoholunfällen im Straßenverkehr ums Leben. Die Anzahl der Alkoholunfälle und der Verletzten ist gegenüber dem Vorjahr allerdings gestiegen: Um vier Prozent bei den Unfällen und um sieben Prozent bei den Verletzten.

Neuer Spot "Schnallen Sie sich an"

Gerade weil die Evaluation der Spots "Rasen tötet" und "Alkohol am Steuer tötet" hervorragende Werte erzielte, hat sich das KfV entschlossen, einen neuen Spot zu produzieren. Bei der Zielgruppe der jungen Männer (unter und über 30) schnitten die Spots besonders gut ab - sie sind überaus aufmerksamkeitsstark und lösten beim Konsumenten die erwarteten Reaktionen aus.

"Weil die Bereitschaft der Österreicher, einen Gurt zu verwenden, weiterhin zu wünschen übrig läßt, haben wir uns heuer für die Thematik Gurt entschieden," so Dr. Thann. Die Anschnallquote 2000 ist im Vergleich zu 1999 zwar leicht gestiegen, aber auch im Vorjahr war mehr als jeder vierte Lenker ohne Gurt unterwegs. Konkret: 25% der Lenker verzichteten auf den Lebensretter Gurt, 1999 waren es 29%. "Den österreichischen Autofahrern ist leider noch immer nicht bewußt, daß ihr Leben bei einem Unfall an einem Sicherheitsgurt hängen kann. Sich nicht anzuschnallen ist ein Spiel mit dem Tod. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, ist ohne Sicherheitsgurt neun Mal höher", warnt Thann.

Sicherheitsgurt kann Leben retten

Eine Erhöhung der Anschnallquote von derzeit rund 75% auf 95% könnte österreichweit rund 100 Menschenleben retten. Abgesehen vom immensen menschlichen Leid, das durch Verkehrsunfälle verursacht wird, kostet volkswirtschaftlich gesehen jeder Verkehrstote 14 Mio. Schilling - jährlich belaufen sich die Unfallfolgekosten im Straßenverkehr auf rund 50 Mrd. Schilling.

Gurtanlegemoral auf den Rücksitzen besonders bedenklich

Die Anschnallquote auf den Rücksitzen ist besonders bedenklich:
Liegt die Anschnallquote auf den Vordersitzen insgesamt bei rund 75% (1999: 71%), so gehen im Pkw-Fond nur 45% der erwachsenen Mitfahrer auf Nummer sicher, 1999 waren es 41%. Im Falle eines (Un)Falles ist der Pkw-Fond keineswegs sicherer als die Vordersitze - im Gegenteil:
"Bei einem Aufprall gefährdet der nicht angeschnallte Passagier auf dem Rücksitz zusätzlich den Vordermann, gegen den er beim Aufprall geschleudert wird", erklärt Thann.

Jedes vierte Kind fährt vollkommen ungesichert mit

Die Verwendung von Kindersicherungseinrichtungen ist zwischen 1999 und 2000 von 70 auf 74% gestiegen. Trotzdem sitzt immer noch jedes vierte Kind vollkommen ungesichert im Pkw, und das, obwohl die Verwendung von Kindersitzen seit 1994 für Kinder, die kleiner als 150 cm und jünger als 12 Jahre sind, gesetzlich vorgeschrieben ist.

Sich anzugurten ist für viele Fahrer und Beifahrer eine Selbstverständlichkeit, aber leider nicht für alle: Speziell bei kurzen Fahrten und im Ortsgebiet "vergessen" manche sich anzuschnallen. "Der neue Spot und die Autobahnplakate bewirken hoffentlich bei den Österreichern und Österreicherinnen ein Umdenken - weg vom "Gurtenmuffel" - hin zum Gurtbenützer, und das bei jeder Fahrt," so Thann. (Schluß)

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