AK Tumpel verlangt faire Chancen an berufsbildenden Schulen

Wiedereinführung des so genannten Repetierverbots ist ungerecht

Wien (AK) - "Auch in der HAK und in der HTL brauchen Jugendliche eine faire zweite Chance, wenn sie das erste Jahr nicht sofort packen", verlangt heute, Mittwoch, AK Präsident Herbert Tumpel. Er kritisiert, dass die Regierung das erst 1997 aufgehobene so genannte Repetierverbot an berufsbildenden Schulen morgen im Parlament durch die Hintertür wieder beschließen lassen will: Wer nach der ersten Klasse mehr als drei Nicht genügend im Zeugnis hat, soll laut Gesetzesantrag in der berufsbildenden Schule nur noch dann wiederholen dürfen, wenn nach Aufnahme aller neu Angemeldeten noch Platz ist. "Alle Jugendlichen haben das Recht auf Ausbildung - und auf eine zweite Chance", sagt Tumpel. Er verlangt, dass die Regierungskoalition ihren Antrag zurück zieht: An allen anderen Schulen gibt es kein Repetierverbot. ****

Im Schuljahr 1997 galten für Erstklassler in berufsbildenden Schulen strenge Regeln: Hatten sie mehr als drei Nicht genügend im Jahreszeugnis, durften sie nicht wiederholen und mussten die Schule verlassen - eine Bestimmung, die es in sonst keiner anderen Schule gab und gibt, auch nicht mehr ab der zweiten Klasse der berufsbildenden Schulen. Die AK hatte sich immer für eine faire zweite Chance aller Jugendlichen beim Lernen ausgesprochen. 1997 erreichte sie die Aufhebung des so genannten Repetierverbots bis Ende des heurigen Schuljahrs - als Teil des Nationalen Aktionsplans für Beschäftigung, weil es zu wenige Lehrstellen gab. Vor allem aber ging und geht es AK Präsident Herbert Tumpel darum: "Alle Jugendlichen haben das Recht auf Aubildung - und auf eine zweite Chance."

Die Regierungskoalition soll auch jetzt darauf verzichten, das Repetierverbot durch die Hintertür wieder einzuführen, verlangt Tumpel: "Gerade in den berufsbildenden Schulen ist der Einstieg oft schwer. Wer Leistung bringen soll, braucht Förderung - auch wenn er es erst im zweiten Anlauf schafft." Überdies gelte nach wie vor, dass es zu wenige Lehrstellen gibt: "Wenn es zum Beispiel in Wien derzeit für jeden dritten Lehrstellensuchenden ab Juli keinen Ausbildungsplatz im Betrieb gibt, kann niemand sagen, dass sich die Lage am Lehrstellenmarkt entspannt hat."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
Tel.: (01) 501 65-2530
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW