Greenpeace: Wiener Atomstrom-Kennzeichnung vorbildlich

Vollständige Deklaration von Atomstromimporten auf der Stromrechnung

Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt die neue Wiener Regelung der Stromkennzeichnung. Laut Umweltstadträtin Kossina soll dem Wunsch der Wiener nach vollständiger Kennzeichnung von Atomstrom auch von ausländischen Strombörsen entsprochen werden. "Wenn die Wiener Regelung wie versprochen umgesetzt wird, kann Temelinstrom nicht unerkannt an Wiener Haushalte fließen", freut sich Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. Greenpeace hofft, dass nun auch die anderen Bundesländer diesem Beispiel folgen werden und die Stromkunden über den Anteil von importiertem Atomstrom auf der Stromrechnung informieren werden.

Die bisherigen Regelungen in den anderen Bundesländern enthielten die Möglichkeit bei Bezug von europäischen Strombörsen den Atomstromanteil undeklariert zu lassen. "Durch den verstärkten Einkauf von diesen internationalen Stromhandelsplätzen würde die Deklarationspflicht für Atomstrom auf der Stromrechnung hintergangen werden", befürchtet Mayer. In Wien soll jetzt eben auch Importatomstrom ausgezeichnet werden.

Mit dieser Regelung kam die Wiener Landesregierung als erste dem Wunsch von 82 Prozent der Österreicher nach einer vollständigen Kennzeichnung auf der Stromrechnung nach. Eine ISMA-Umfrage im Auftrag von Greenpeace vom Mai 2001 bestätigt die deutliche Ablehnung der Österreicher von Atomstromimporten und den Wunsch nach mehr heimischem Ökostrom aus Wind, Sonne und Biomasse. "Auch der Wegfall der Obergrenze bei der Förderung von Ökostrom würde zusammen mit fairen Einspeisetarifen Atomstromimporte bald überflüssig machen", setzt Mayer auf die Wiener Lösung.

Im Zuge der Strommarktliberalisierung müssen alle Bundesländer bis Ende Juni ihr Landes-Stromgesetz (ElWOG) im Landtag beschießen um die Vollliberalisierung bis 1. Oktober zeitgerecht abwickeln zu können. Im Bereich der Stromkennzeichnung laut §45 Bundes-ElWOG ist die Aufschlüsselung des Stroms nach den Primärenergieträgern Ökostrom, Wasser, Kohle, Gas, Öl und Atom vorgesehen. Auch die Deckelung für den Ausbau von Ökostromanlagen und sehr unterschiediche Einspeisetarife werden in den Landes-ElWOGs bzw. Verordnungen geregelt. "Dem Wunsch der Österreicher nach mehr Ökostrom und die Ablehnung von Atomstromimporten muss endlich in allen Bundesländern entsprochen werden." schloss Mayer.

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