Interessensvertretungen fordern Finanzierung der Therapie für feuchte AMD

Wien (OTS) - Manifest anlässlich des Tages der Sehbehinderten

Anläßlich des heutigen "Tages der Sehbehinderten" haben die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs sowie der Österreichische Blindenverband und der Pensionistenverband Österreichs ein Manifest an Sozialminister Haupt, Gesundheitsstaatssekretär Waneck sowie den Hauptverband der Sozialversicherungsträger gerichtet, in dem eindringlich ersucht wird, endlich die Finanzierung der Therapie für feuchte AMD in Österreich für den niedergelassenen Bereich sicherzustellen. Diese Form der AMD, der sogenannten "Altersbedingten Makuladegeneration", ist die häufigste Ursache für extrem starke Sehbehinderung von über 50jährigen in der westlichen Welt. ****

Das Manifest im Wortlaut:

BLINDHEIT MUSS KEIN SCHICKSAL SEIN
6. JUNI - TAG DER SEHBEHINDERTEN

Mehr als 407.000 Menschen in Österreich sind sehbeeinträchtigt, davon sind fast 9.000 praktisch blind. Das muss aber nicht so sein.

Schwere Beeinträchtigung der Sehkraft - bis hin zur Erblindung bedeutet für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine gewaltige Belastung und enormen psychischen Druck. Es bedeutet "Abhängigkeit" von anderen, drastische Einschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten und schwere Einbussen der individuellen Lebensqualität. Wer nicht betroffen ist, kann das Ausmass dieser Beeinträchtigungen nicht abschätzen, vor allem dann, wenn es sich, wie überwiegend der Fall, um ältere Personen handelt, da Sehbehinderungen häufig eine Alterserscheinung darstellen.

Gegen die häufigste Ursache für extrem starke Sehbehinderung von über 50jährigen in der westlichen Welt, die sogenannte Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), gibt es jetzt eine neue Therapie. Diese "Photodynamische Therapie", eine Kombination aus dem lichtempfindlichen Wirkstoff Verteporfin und einer sanften Laserbehandlung, ist jedoch aus Kostengründen nicht allen zugänglich - denn für den niedergelassenen Bereich gibt es noch immer keine Finanzierung. Die Gesamtkosten von bis zu 250.000 ATS pro Patient werden derzeit nur an elf Kliniken in Österreich von den Spitalserhaltern (sowie in fünf privaten Zentren) übernommen. Wo das nicht möglich ist, müssen die Betroffenen mit ihrer de facto-Erblindung rechnen - 500 Österreicherinnen und Österreicher jährlich.

Gerade ältere Menschen verfügen oft nicht über ausreichende finanzielle Mittel, um sich eine Behandlung privat zu leisten. Als Interessensvertretung der älteren Menschen sowie der Blinden und Sehschwachen in Österreich stehen wir auf dem Standpunkt, dass das persönlich-menschliche Leid, das durch Nichtbehandlung entsteht, nicht zu verantworten ist. Darüber hinaus übersteigt aber auch der volkswirtschaftliche Schaden - und damit die Belastung für den einzelnen Steuerzahler - bei weitem die Kosten für die Behandlung.

Kosten-Nutzen-Berechnungen einer pharmaökonomischen Studie haben ergeben, dass den AMD-Behandlungskosten von max. 250.000 ATS pro Patient bei Nichtbehandlung u.a. Aufwendungen für Pflegegeld, Betreuung, Verdienstentgang sowie Folgekosten nach Unfällen gegenüberstehen - alles in allem 590.000 ATS. Die Nichtbehandlung ist also mehr als doppelt so teuer wie die Behandlung! Sparmaßnahmen in diesem Bereich verursachen letztlich deutlich höhere Kosten - und enormes menschliches Leid.

Von der AMD sind jährlich etwa 1000 Neuerkrankungen in Österreich betroffen. Die Finanzierung der Photodynamischen Therapie mit Verteporfin wurde in den USA sowie in vielen Ländern Europas, gerade wegen ihrer großen Erfolge besonders rasch von den jeweiligen Gesundheitssystemen sichergestellt. Nur in Österreich tritt man seit mehr als einem Jahr auf der Stelle und spielt den Ball zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten hin und her - auf Kosten der Patienten. Rein rechnerisch gesehen erblinden durch diese Vorgehensweise 1-2 Patienten pro Tag! Österreich zählt damit nicht mehr zu den Ländern, in denen den Betroffenen Medizin von höchstem wissenschaftlichem Standard zur Verfügung gestellt werden kann.

Aber: Es geht nicht um Größenordnungen - es geht um sachliche Information, rechtzeitige Behandlung und letztlich um jeden einzelnen Menschen, dessen Augenlicht gerettet und dessen Lebensqualität bewahrt werden kann.

Wir, die Unterzeichnenden, nehmen den heutigen "Tag der Sehbehinderten" zum Anlass, um Sie in aller Dringlichkeit zu ersuchen: Unternehmen Sie alles in Ihrer Macht Stehende, um den Menschen diese das Augenlicht erhaltende Therapie zu ermöglichen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs Pensionistenverband Österreichs
Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband

(Schluß)

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