Gewerbeverein: Merkwürdige nachgereichte Argumentation des BMF

Wien (OTS) - Bei Bewirtungsspesen im Rahmen von Geschäftsessen bedient sich neuerdings das Finanzministerium einer merkwürdigen Argumentation. Bekanntlich sind diese seit Mai 1995 nur zur Hälfte abzugsfähig. Warum gerade zur Hälfte: Jetzt erst wird eine Argumentation nachgereicht, die von der bisher gültigen Neidkomplexvariante erheblich abweicht und schlicht logischer Nonsens ist.

Dazu das BMF im O-Ton: "Die Kosten für das eigene Essen und Trinken des Steuerpflichtigen hätten schon (vor der Halbe/Halbe-Regelung) ausgeschieden werden können, weil es sich dabei um nicht absetzbare Unterhaltskosten handelt." 1995 wurden die "50 Prozent im Sinne einer Durchschnittsbetrachtung herangezogen", man also davon ausginge, dass der Bewirtende genau die Hälfte des Bewirtungsbetrages für sich in Anspruch nimmt.

Hier sind wohl dem nun formulierenden Finanz-Eleven die ministeriellen Scheuklappen über die Augen gefallen - so Herwig Kainz vom Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV):

- Wenn die nun nachgereichte Argumentation schlüssig ist, dann kann bei Bewirtung mehrerer Personen zumindest eine Aufteilung nach deren Anzahl im Verhältnis zum Steuerpflichtigen vorgenommen werden:
Das heißt: bei drei Gästen, gilt nicht die 50% Regelung sondern nur ein 25%-Abzug für den Steuerpflichtigen.

- Nachdem Arbeitsessen ja nicht immer lustig sein müssen - man denke nur, man gewinnt ein Essen mit dem Finanzminister - ist der Begriff Unterhaltskosten wohl ein merkwürdiger. Manchmal sollten solche Essen eher für den Bewirter mit einer SEG-Zulage (Schmutz-, Erschwernis-, Gefahren) seitens der Finanz belohnt werden.

- Es ist ja wohl denk- und nachvollziehbar, dass Menschen im Normalleben Mahlzeiten ausfallen lassen, weil ihre Essgewohnheiten nicht im Schlingern bestehen. Dort von Unterhaltskosten zu sprechen, ist ein merkwürdiger Ansatz.

Das BMF hat mit dieser Argumentation endlich jene Breitseite geliefert, mit der die unsinnige 50%-Regelung ausgehebelt werden kann. Es ist schon grauslich für den Finanzminister, wenn ihm seine eigenen Leute in den Rücken fallen.

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