• 05.06.2001, 11:34:27
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Glawischnig fordert Rückritt von Tschechiens Industrieminister

Grüne: Tschechische Regierung soll nach Bekanntwerden von Kostenüberschreitungen Temelin neu bewerten

Wien (OTS) Einen eindringlichen Appell an die tschechische Regierung,
das Projekt Temelin neu zu bewerten, richtet Eva Glawischnig,
Umweltsprecherin der Grünen, anläßlich der heute vom tschechischen
Umweltministerium bekanntgegebenen Kostenüberschreitung.
"Industrieminister Gregr muß unverzüglich zurücktreten, da er sein
politisches Schicksal mit der Einhaltung des ursprünglichen
Kostenrahmens verknüpft hat. Der Beschluß der tschechischen Regierung
aus dem Jahr 1999, Temelin fertig zu bauen, war klar an ein
Kostenlimit von 98,6 Mrd. Kronen gebunden. Mit der
Kostenüberschreitung von mehr als 4 Mrd. Kronen ist diesem Beschluß
die Grundlage entzogen. Die Regierung in Prag ist dringend gefordert,
das AKW-Projekt neu bewerten", fordert Glawischnig.

Nach Ansicht der Umweltsprecherin ist es selbst wenige Monate vor der
geplanten Inbetriebnahme noch ökonomisch sinnvoller, das Projekt zu
stoppen. "Unter den Bedingungen eines liberalisierten Strommarktes
ist Temelin ein wirtschaftlich sinnloses Projekt." Glawischnig
erinnert daran, daß Tschechien bereits ohne Temelin Stromüberschüsse
erzeuge, die auf Kosten der tschechischen KonsumentInnen zu
Dumpingpreisen in Westen verkauft werden müssen. In Richtung der
österreichischen Bundesregierung erneuert die Abgeordnete ihre
Forderung nach einem Ausstieg aus dem gescheiterten Melker-Abkommen.
"Die Kostenüberschreitung bei Temelin erhöht die Chancen für konkrete
Ausstiegsverhandlungen. Es wäre unverantwortlich wenn Schüssel und
Molterer jetzt nicht handeln", so Glawischnig abschließend.

Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament

Tel.: (01) 40110-6697
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