Greenpeace: E.ON-Ausstieg aus CEZ-Vertrag ist großer Erfolg für Umweltbewegung

Kanzler Schüssel muss schleunigst Ausstiegsverhandlungen mit Tschechien aufnehmen

Wien (OTS) - Die Ankündigung des deutschen Energiekonzerns E.ON, den
Stromliefervertrag mit der tschechischen Energiegesellschaft CEZ wegen der massiven Proteste der österreichischen und bayrischen Bevölkerung aufzukündigen, ist ein historischer Tag für Greenpeace. Die Umweltorganisation führt seit mehreren Monaten einen Kampagne gegen die CEZ-Geschäfte des deutschen Atomstromkonzerns E.ON, der auch nach Österreich Atomstrom aus Tschechien exportiert. Das Ziel der Greenpeace-Kampagne war die Kündigung des Vertrages der E.ON mit der CEZ - und dieses Ziel scheint nun erreicht zu sein. "Wir freuen uns über diesen Erfolg. Wenn die E.ON den Vertrag mit der CEZ aufkündigt, bleibt die CEZ auf ihrem Atomstrom sitzen und der Betrieb des schrottreifen AKW Temelin wird völlig sinnlos", sagte Erwin Mayer, Energie-Experte von Greenpeace Österreich. Mayer wertete die Vertragsauflösung als Sieg der Vernunft gegen die Atomenergie in Europa. "Nun liegt es an der CEZ, den Weiterbau von Temelin sofort zu stoppen. Bundeskanzler Schüssel muss schleunigst in Aktion treten und mit Deutschland und Tschechien gemeinsam Ausstiegsverhandlungen aufnehmen", forderte Mayer.

E.ON war der Hauptabnehmer von CEZ-Exportstrom. "Durch die heutige Entscheidung der E.ON ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Temelin noch unwahrscheinlicher geworden, weil der Strom nicht mehr exportiert werden kann", so Mayer weiter. "Jetzt müssen auch die anderen Stromimporteure von CEZ-Strom, nämlich der Kelag-Aktionär RWE und der europäische Stromhändler Enron diesem Beispiel folgen und ihre Stromverträge mit der CEZ auflösen. Wir werden hier sicher weiterkämpfen und den Absatz von Temelinstrom bekämpfen", zeigte sich Mayer entschlossen.

Greenpeace hat gemeinsam mit über 410 Bürgermeistern erreicht, dass der österreichische Markt für E.ON-Exporte nach Österreich und für E.ON-Strom an bayrische Gemeinden ins Wanken geraten ist. Die Bürgermeister haben ihren Stromversorgern angedroht, die Verträge ab Herbst zu kündigen, sollten sie Strom von Temelin importieren. "Greenpeace dankt allen Bürgermeistern und privaten Stromkunden, die unsere Kampagne bisher unterstützt haben", sagte Mayer.

Achtung Redaktionen: Aktuelle Meldung aus Tschechien!
Wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK kürzlich bestätigt hat, ist radioaktives Wasser aus Primärkreislauf in Temelin ausgetreten.

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