Vollrechtsfähigkeit der Universitäten derzeit kein Thema

GÖD fordert "Praxisjahr" für das neue Uni-Dienstrecht

Wien (OTS) - "Das neue Dienstrecht in Kombination mit der im UOG
93 festgelegten Teilrechtsfähigkeit genügt, um die notwendige Autonomie der Universitäten zu garantieren", erklärte Dr. Andrea Kdolsky, Vorsitzende der Hochschullehrergewerkschaft. Im Anschluss an die heutige Pressekonferenz von Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zum neuen Universitätslehrerdienstrecht warnte Kdolsky vor den Problemen einer Vollrechtsfähigkeit der Universitäten. Die damit verbundene Abhängigkeit von der Wirtschaft gefährde die Unabhängigkeit von Wissenschaft und Forschung. Sie berge die Gefahr reiner Auftragsforschung und der Reduktion des derzeit auch international anerkannten breiten Bildungsangebots. Mit ihrer Teilrechtsfähigkeit wären Universitäten bereits jetzt in der Lage, selbständig Verträge abzuschließen, Gelder zu rekrutieren, Zielsetzungen zu schaffen, Stellen zu definieren und zu besetzen. "Wo liegt die Notwendigkeit, einen weiteren, politisch überdies überaus gefährlichen Schritt zu setzen? Dem Staat muss zum Schutz des Bildungssystems eine Aufsichtsfunktion zukommen. Er muss dafür sorgen, dass es nicht zu einem Ausverkauf der Universitäten kommt", so Kdolsky. Sie fordert, das neue Dienstrecht erst in der Praxis anzuwenden, bevor neue Reformschritte gesetzt werden.

Zufrieden zeigte sich die Vositzende der GÖD-Bundessektion Hochschullehrer mit den Aussagen von Vizekanzlerin und Bildungsministerin zum neuen Universitätsdienstrecht. Die zentralen Zielsetzungen der GÖD seien berücksichtigt worden: die Forderung nach einem durchgängigen Karriereverlauf, die Übernahmeoption für junge Mitarbeiter, die finanzielle Bedeckung der zusätzlichen Kosten für die neuen Vertragsbediensteten durch das allgemeine Budget und die Einbeziehung von Managementkriterien in die Universitätslaufbahn. "Ich glaube, dass wir jetzt genug Freiraum haben. Wir sollten das neue System ein Jahr leben und dann weitersprechen, ob mehr Autonomie notwendig ist", betonte Kdolsky abschließend.

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