Karmasin-Studie im Auftrag der ARA AG: PRONONCIERTE VORLIEBE FÜR MEHRWEG-FLASCHEN WIDERSPRICHT VERKAUFS- UND SAMMELZAHLEN

Wien (OTS) - Österreicher geben an, Mehrweg zu bevorzugen -Verkaufs- und Sammelzahlen sprechen aber andere Sprache - Positive Argumente sprechen für Einweg und Mehrweg - Wiederverwertung wird sowohl bei Glas als auch bei Kunststoff als funktionierend angesehen

Karmasin-Studie offenbart Widersprüche

Die rasante Zunahme von PET-Getränkeflaschen am Markt ist ein Trend, für den offenbar niemand verantwortlich sein will: Die Getränkehersteller verweisen auf die hohe Akzeptanz der PET-Flaschen bei den Konsumenten. Die Verkaufs- und auch Sammelzahlen zeichnen ein eindeutiges Bild von den Kaufgewohnheiten der Österreicher und dem vermehrten Griff zur bequemen PET-Flasche. Die Konsumenten selbst geben aber an, Mehrwegverpackungen aus Glas den Vorzug zu geben.

Eine von der ARA beauftragte und von Karmasin Motivforschung durchgeführte, repräsentative Studie ('Der Umgang der ÖsterreicherInnen mit Verpackungsabfall 2001', Karmasin Motivforschung, 50 qualitative Einzelinterviews und 500 quantitative Telefoninterviews, April 2001) über die Gewohnheiten und den Umgang mit Einweg- und Mehrwegflaschen kommt zu verblüffenden Ergebnissen:

Zwei Drittel der Österreicher bevorzugen Mehrwegflaschen

Auf die Frage, ob es eine Rolle in ihrer Kaufentscheidung spiele, ob Flaschen ein Pfand haben und wiederbefüllt werden oder ob sie in Containern gesammelt werden, antworten 60% der Österreicher "Ja, ich bevorzuge Pfandflaschen". Nur 15% geben an, Einwegflaschen zu favorisieren. Zu Pfandflaschen greifen die Konsumenten dabei "aus Gewohnheit", "der Umwelt zuliebe", "weil man Geld bei der Rückgabe bekommt" und "wegen der Wiederverwertung". Das Argument für Einwegflaschen ist hingegen "dass Pfandflaschen viel Aufwand verursachen".

Im Widerspruch zur offenbarten Vorliebe für Pfandflaschen stehen allerdings die Antworten auf die Frage "Wie gehen Sie mit Getränkeverpackungen um?". Nur 10% geben aktiv an, Pfandflaschen zurück zu geben.

Pfandflaschen sind nach Meinung der Befragten umweltfreundlicher

Vom überwiegenden Teil der Befragten wird das Mehrwegsystem jedenfalls als umweltfreundlicher gesehen: 69% stellen den Pfandflaschen ein ökologisch besseres Zeugnis aus. Nur 20% sehen hinsichtlich Umweltverträglichkeit keine Unterschiede zwischen dem Einweg- und Mehrwegsystem.

Umweltargumente sprechen für Mehrweg

Dr. Helene Karmasin, Leiterin der Karmasin Motivforschung: "Die Österreicher stimmen zu einem großen Teil darin überein, dass das Mehrweg-Pfandsystem zur Müllvermeidung beiträgt und man weiß, dass die Pfandflaschen wiederbefüllt werden."

Convenience spricht für Einweg

Aber auch mit dem Einwegsystem assoziieren die Befragten eine Reihe positiver Aspekte. So schätzen die Konsumenten, "dass es sich um eine schnelle Art der Entsorgung handelt", "dass man nicht viel Arbeitsaufwand hat" und "dass gleiche Materialien zusammen gesammelt werden".

Einwegflaschen werden für billiger gehalten

Eine wesentliche Rolle spielt außerdem der Preis. Im Glauben, Einwegflaschen seien billiger, lassen zahlreiche Konsumenten Pfandflaschen im Regal stehen und nehmen die Einwegflasche. Immerhin 46% denken zum Beispiel, Mineralwasser in Mehrwegflaschen sei teurer. Dkfm. Christian Stiglitz, Vorstand der ARA dazu: "Man kann den Konsumenten nur nahelegen, die Preise zu vergleichen. Es werden zwar viele Aktionen mit Einwegflaschen gemacht, bei näherer Betrachtung stellen sich Produkte in Einweg- und Mehrgebinden im direkten Vergleich aber vielfach als gleichpreisig dar."

Glas in der Gunst der Befragten höher eingestuft

Interessante Antworten bringt die Studie auch in der Materialfrage hervor. Entgegen den Markttrends zum Kunststoff PET geben 53% der Befragten an, bei Einwegflaschen lieber Glasgebinde zu kaufen. Nur 42% votieren klar für PET, wobei die unterschiedlichen Altersgruppen ein differierendes Verhalten zeigen. Die Unter-30-Jährigen bevorzugen Kunststoff, während die Mehrheit der Über-30-Jährigen dem Glas treu bleibt.

Bei Mehrwegflaschen fällt das Votum für Glas noch deutlicher aus:
Pfandflaschen müssen für 65% der Österreicher aus Glas sein. Nur 31% räumen Kunststoff-Mehrwegflaschen den Vorrang ein.

Bei beiden Materialien glauben die Österreicher an die Wiederverwertung

"Die Ergebnisse sind umso erstaunlicher", so Karmasin, "als die Meinung über die Wiederverwertung der beiden Packstoffe nicht so unterschiedlich ist." 62% der Befragten sind der Überzeugung, dass Glasverpackungen wieder verwertet werden. 47% nehmen dies auch von Kunststoffverpackungen an.

"Dieses Ergebnis stimmt uns wirklich zufrieden", so Stiglitz, "denn wir stellen sicher, dass Einwegflaschen, die in unseren Sammelbehältern landen, auch wieder verwertet werden. Somit müssen Konsumenten, die sich für Einweggebinde entscheiden, nicht fürchten, dass diese Flaschen auf der Deponie oder in der Müllverbrennung ohne Energienutzung landen. Sie können sicher sein, dass wir das Material einer sinnvollen Wiederverwertung zuführen."

Kooperation mit Gemeinden erfolgreich

"Außerdem freut uns sehr, dass die Konsumenten Mülltrennung nicht als Aufwand, sondern als normale Tätigkeit empfinden. Interessant ist für uns auch das Ergebnis, dass die Konsumenten die Gemeinde als Informationsquelle Nummer 1 nennen. Mit unserer Kooperation, die wir in der Öffentlichkeitsarbeit mit den Gemeinden eingegangen sind und die erst vor kurzem mit dem Neuabschluss der Verträge prolongiert wurde, haben wir also auf das richtige Pferd gesetzt."

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