KR Leo Schreiber - Aufsichtsratspräsident der ARA AG, Generaldirektor von Coca-Cola Beverages Austria: ZWANGSPFAND VERSUS FREIWILLIGE VERPFLICHTUNG - ÖSTERREICHISCHER WEG ZEIGT ERSTE ERFOLGE

Wien (OTS) - Zwangspfand in Deutschland verursacht Kosten in Milliardenhöhe

"In Deutschland gehen die Wogen in der Diskussion um das Zwangspfand auf Getränkegebinde hoch. Hierzulande beschreiten wir hingegen weiter den österreichischen Weg, und ich denke wir haben damit die richtige Entscheidung getroffen", nimmt KR Leo Schreiber, Generaldirektor von Coca-Cola Beverages Austria und Aufsichtsratspräsident der ARA AG, zur aktuellen Entwicklung in Deutschland Stellung.

"Das vom deutschen Umweltminister Jürgen Trittin verordnete Zwangspfand auf ökologisch nachteilige Verpackungen verursacht - nach Schätzungen der Deutschen Ernährungsindustrie - Investitionskosten von über 18 Mrd. ATS, da ein komplettes zweites Rücknahmesystem für gebrauchte Getränkeverpackungen eingerichtet werden muss. Überdies fallen pro Jahr Kosten von mehr als 10 Mrd. ATS für Pfandclearing, Logistik, etc. an." Diese enormen Kosten würden, so Schreiber, vor allem kleinere Händler völlig überfordern und voraussichtlich kontraproduktive Effekte provozieren. "Die verzweifelten Bemühungen der deutschen Wirtschaft, doch noch das Steuer herumzureißen, von denen wir tagtäglich in den Zeitungen lesen, zeigen, wie problematisch diese Entwicklung für die Wirtschaft ist."

Österreich setzt auf Eigenverantwortung

"Wir zeigen, dass es auch anders - nämlich kooperativ - geht", meint Schreiber. "Mit der aus der Kooperation zwischen Wirtschaft und Umweltpolitik hervorgegangenen freiwilligen Selbstverpflichtung setzte der österreichische Umweltminister Molterer auf die Eigenverantwortung der Wirtschaft und initiierte damit eine Reihe positiver Maßnahmen." Über 80 Unternehmen sind der Selbstverpflichtung individuell und quasi ergänzend zur Wirtschaftskammer beigetreten. (Diese Unternehmen können im Internet unter http://wko.at/enet/selbstverpflichtung/betriebe.htm abgefragt werden.) Eine Informationskampagne des Handels in Richtung Konsumenten ist bereits im April angelaufen. Eine Zusammenarbeit mit der Initiative "mehrweg.at" zur Information der Konsumenten wird weiters vorbereitet. Und noch vor dem Sommer sollen rund 3 Millionen Bierdeckel mit dem Mehrweg-Sujet in Umlauf gelangen."Parallel dazu hat auch das ARA System", führt Schreiber weiter aus, "alle Weichen für Veränderungen innerhalb der Getränkeverpackungs-Fraktion gestellt - wie Herr Stiglitz im Detail erläuterte."

Keine Pönale für Konsumenten notwendig

"Und nicht zuletzt haben wir in Österreich kein sogenanntes Littering-Problem", weist Schreiber auf einen weiteren Unterschied zwischen Österreich und Deutschland hin. "Es liegen bei uns praktisch keine Verpackungen auf der Straße herum. Warum sollte daher der Konsument eine Pönale zahlen?"

Beispielgebender Lösungsansatz

"Das heißt, der beispielgebende Lösungsansatz der freiwilligen Selbstverpflichtung trägt bereits erste positive Früchte und erspart somit sowohl den Konsumenten als auch den heimischen Unternehmen - im Gegensatz zu Deutschland - enorme Kosten."

"Wir glauben, dass am Ende des Tages in Deutschland und Österreich das gleiche Resultat steht - mit dem Unterschied, dass Österreich den Kooperationsweg gegangen ist und auf Investitionen in Milliardenhöhe verzichtet hat."

Erfreuliche Tarifentwicklung

"Als Aufsichtsratsvorsitzender der ARA AG und somit als Vertreter der Eigentümer bin ich über die dynamische Tarifentwicklung sehr erfreut. Natürlich ist uns allen bewusst, dass dieser Trend nicht ewig fortsetzbar ist. Ich erwarte mir aber für die nächsten Jahre noch ein bis zwei deutliche Tarifreduktionen, da wir so wie bisher alle Kostensenkungspotentiale konsequent nutzen werden."

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