Waneck: Weltnichtrauchertag - Schäden durch Passiv-Rauchen

Tabakassoziierte Erkrankungen finden zu wenig Beachtung

Wien (BMSG/OTS) - "Lungenkrebs gehört zu den Haupttodesursachen bei bösartigen Neubildungen. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung des Lungenkrebses ist das Zigarettenrauchen, d.h. die Nikotionabhängigkeit. Aber auch die durch Passiv-Rauchen verursachten Erkrankungen dürfen nicht vernachlässigt werden", sagte heute FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck anlässlich des WHO-Weltnichtrauchertages, der heuer im Zeichen des Passiv-Rauchens steht. "Immer eindrücklicher werden die wissenschaftlichen Daten, welche die Beeinträchtigung der Gesundheit von Kindern in Raucherhaushalten, von Arbeitnehmern an verrauchten Arbeitsplätzen und von nicht rauchenden Ehepartnern belegen."*****

"Am meisten leiden Babys und ungeborene Kinder an den Folgen des Passiv-Rauchens. So beweisen etwa neueste Studien gravierende Auswirkungen auf die körperliche Entwicklung von Ungeborenen und Kleinkindern", so Waneck. Weltweit rauchen derzeit etwa 1,2 Milliarden Menschen, in Österreich gehen wir von einer Gesamtzahl von rund 2,3 Mio. Rauchern aus. Etwa ein Drittel dieser Menschen dürfte in die Gruppe der hochabhängigen Raucher fallen, welche primär als potentielle Opfer Ihrer Sucht zu gelten haben. "Wir verzeichnen um die 12-14.000 Todesfälle jährlich in Österreich an tabakassoziierten Erkrankungen. Insgesamt wird durch das Zigaretten- Rauchen die Lebenserwartung um 12,1 Jahre verkürzt", so Waneck.

Besonders dramatisch seien Auswirkungen des Passiv-Rauchens im organischen System "Mutter- Kind", wo das ungeborene Kind dem Zigaretten-Rauch "hilflos" ausgesetzt sei. Immer wieder untermauerten wissenschaftliche Studien die negativen Auswirkungen des Rauchens in der Schwangerschaft, die in einem geringerem Geburtsgewicht, einer schlechteren Reifung und einem höheren Risiko einer vorzeitigen Geburt zusammengefasst werden können, so Waneck.

"Auch Kleinkinder leiden stark unter rauchenden Eltern", betonte Waneck. Hier komme es vor allem zu signifikanten Störungen bei der Zahnentwicklung. Auch hier bestehe eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je mehr Passivrauch, umso schwieriger der Schaden, konnte in einer Studie der Universität Rochester nachgewiesen werden. 47% der Kinder rauchender Eltern hatten Löcher in den Milchzähnen, 26% in den bleibenden Zähnen.

"Die Problematik 'Rauchen' hat in der österreichischen Gesundheitsförderung einen wichtigen Stellenwert eingenommen", so Waneck. Alleine der Umstand, dass durch das Zigarettenrauchen eine Vielzahl von bösartigen Tumoren, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege insgesamt zumindest begünstigt werde, zwinge eine verantwortungsbewusste Gesundheitspolitik zu entsprechenden Maßnahmen, betonte Waneck.

Eine "Raucherhatz", wie etwa in den USA, sei für Österreich der falsche Weg, so Waneck. Diese habe nicht die gewünschten Erfolge gezeigt. Nikotinabhängigkeit sei heuer in die "International Classification of Diseases", ICD 10, mit der Nummer F 17.2 aufgenommen worden, und damit international als Krankheit anerkannt worden. "Einem Kranken kann man seine Krankheit nicht verbieten, man muß ihn heilen", betonte Waneck, der dafür eintrat, dass die Krankenversicherungen Raucherentwöhnungstherapien finanzieren sollten.

"Raucher gefährden nicht nur ihre Gesundheit, sondern unter Umständen auch die Gesundheit ihrer Mitmenschen", so Waneck. Deshalb sei zu aller erst ein anhaltender Bewusstseinswandel in der Bevölkerung notwendig. Dazu gehöre etwa auch die konsequente Anwendung und Befolgung der bereits bestehenden Schutzbestimmungen zu verlangen. "Mit Hilfe unseres 'Fonds Gesundes Österreich' bereitet mein Ressort derzeit eine Kampagne vor, die anders als bisherige, eher punktuell angesetzte, Vorbeugungsmaßnahmen eine längerfristige bzw. anhaltende Meinungsbildung und Bewusstseinsänderung bewirken soll", berichtete Waneck. (Schluss) mg nnn bxf

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