51. Städtetag: e-Government verändert die Verwaltungskultur

Österreichs Städte forcieren Ausbau der ICT-Technologien

Wien, (OTS) Erste Erfahrungswerte beim anwendungsorientierten Nutzen der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) zeigen, dass Österreichs Städte mit ihrer Entscheidung, den ICT-Sektor intensiv zu nutzen, die richtige Wahl getroffen haben. Eine Abkehr vom bereits eingeschlagenen Weg steht nicht zur Diskussion. Dies ist das Resümee einer Expertenrunde, die am Donnerstag anlässlich des 51. Städtetages des Österreichischen Städtebundes in Villach getagt hat.****

Als gelungenes Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten des e-Governments darf die Stadt Salzburg gelten, die mit ihrem "Akt2000" für internationale Furore gesorgt hat und hierfür auch im Oktober letzten Jahres den "Global Award for Exzellence in Workflow" und im Dezember den begehrten Preis für Verwaltungsinnovation der Hochschule Speyer verliehen bekam. Bereits Ende der 80er Jahre wurden in der Landeshauptstadt mittels einer Organisationsuntersuchung der Verwaltung bzw. des massiven Ausbaus der EDV-Infrastruktur die ersten Weichenstellungen in Richtung Modernisierung gestellt. Die Schaffung einer zentralen Aktenevidenz, die Installierung eines betriebswirtschaftlich ausgerichteten doppisch-kameralen Finanzsystems und die Schaffung einer digitalen Stadtkarte zählen ebenfalls dazu. Der nächste Schritt folgte Mitte der 90er Jahre mit Einführung einer flächendeckenden elektronischen Kommunikation sowie der Installierung eines Dokumenten- und Workflowmanagements. Der bislang letzte Schritt ist der "Akt2000", der gleichsam einen elektronischen "Magistrats-Basisakt" darstellt. Durch die Möglichkeit, diesen elektronisch gleichzeitig von mehreren Dienststellen zu bearbeiten, konnte eine wesentliche Zeiteinsparung erreicht werden. DI Dr. Bernhard Rauchenschwandtner (Salzburg) berichtete dazu: "Die Verfahrensdauer von Bauansuchen konnte so von 150 Tage auf 50 Tage reduziert werden." Ein weiteres Beispiel war das Projekt "Schilderwald". Hierbei konnten mit Hilfe des "Akt2000" rund 20.000 Verkehrszeichen binnen 2 Jahren neu verordnet werden. "Eine Tätigkeit, die ansonsten mindestens 10 Jahre länger gedauert hätte", berichtete Rauchenschwandtner. Darüber hinaus konnten bei dieser Neuverordnung allein 6.000 Verkehrszeichen aussortiert bzw. eingespart werden. "Das entspricht einer Einsparung von etwa 2,7 Millionen ATS (ca. 210.000 Euro) pro Jahr", führte der Salzburger EDV-Fachmann weiters aus. Entscheidend beim "Akt2000" ist vor allem seine elektronische Verfügbarkeit, die sowohl für mehr Transparenz beim Einzelnen, wie auch für eine deutliche verwaltungsinterne Effizienzsteigerung sorgt. Sämtliche PC-fähigen Arbeitsplätze sind miteinander vernetzt.

Schlichtweg als alternativlos bezeichnete auch DI Eberhard Binder, führender EDV-Fachmann der Stadt Wien, die forcierte Nutzung der ICT-Technologie für die Verwaltung. "E-Government erfüllt nicht nur einen wesentlichen Wunsch der Bürgerinnen und Bürger, er definiert auch maßgeblich das Profil einer Stadt im Standort-Marketing mit. Es gibt dazu keine Alternative." Besonderes Augenmerk müsse dabei auf den umfassenden Charakter des e-Governments gelegt werden, so Binder, der an die Auswirkungen einer kommunalen Netz-Präsenz hinwies. "Mit e-Government verändert sich die Verwaltung als Ganzes." Nicht zuletzt aus diesem Grund betonte Binder auch die Notwendigkeit, die kommunale EDV-Kompetenz nicht allein einer einzelnen Fachabteilung zuzuschreiben, sondern strategisch möglichst flächendeckend zu operieren. Mit wien.at, dem Auftritt Wiens im Internet, verfügt die Stadt über ein sehr ansehnliches Informationsangebot. Mit rund 9.500 Seiten und einer Zugriffsrate von rund 8 Millionen pro Monat ist wien.at die stärkste kommunale Informationsplattform österreichweit. Als die vier wichtigsten Entwicklungsmöglichkeiten nannte Binder die bessere Information, größere Reichweiten, die Integration von Abläufen bzw. die Möglichkeiten zur Kooperation. "Wesentliches Ziel ist es jedenfalls, die Bürger stärker miteinzubinden," so Binder weiters, der sich für die Beibehaltung eines Multichannel-Ansatzes (Bürgerbüro, Callcenter, Internet) ausprach. In Richtung Bund meinte er, dass großzügigere Hilfestellungen beim e-Government für Städte angebracht seien. Auch die Gewährleistung eines möglichst breiten gesellschaftlichen Internetzuganges gehöre zu den Pflichten des Bundes.

Einen interessanten Ausblick in die absehbare virtuelle Zukunft des Bundes bot Dr. Arthur Winter, Sektionschef im Bundesministerium für Finanzen, mit der Präsentation des "Virtuellen Marktplatzes Österreich" (VMÖ). Das Besondere daran: Mit dem VMÖ-Portal sollen die Vorteile des e-Governments mit jenen des e-Business verschmelzen. Budgetär und organisatorisch als Public/Private-Partnership geplant, soll der virtuelle Marktplatz einen Service Cluster des neuen Typs bilden. Winter dazu: "Das geplante Portal soll unter einer Adresse die Interessen der Wirtschaft und des Bürgers vereinen. Eine win-win-Situation für Unternehmen wie auch für die öffentliche Hand ist das Ziel." Die Freischaltung des Portals ist für das 2. Quartal 2002 geplant.
(Schluss) hch

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