WWF: Atlantischer Lachs vom Aussterben bedroht Ursachen sind Staudämme, Fluss-Regulierung, Überfischung und Zuchtlachse

Wien/Madrid (OTS) - Denken Sie beim nächsten Lachsbrötchen daran:
Aus mindestens 309 von 2005 traditionellen Lachsflüssen am Atlantik ist der Wildlachs bereits verschwunden. Das zeigt eine heute in Madrid vorgestellte WWF-Studie. Die Naturschutzorganisation richtet daher einen dringenden Appell an die Regierungskonferenz zum Schutz der Lachse (NASCO), die nächste Woche in Spanien stattfindet, sofort Schutzmaßnahm en zu ergreifen. "Will man den Lachs vor dem Aussterben bewahren, müssen die Lachs-Flüsse Europas sofort renaturiert und geschützt werden", erklärt Mag. Markus Schneidergruber, Flussexperte des WWF Österreich.

2005 Flüsse beiderseits des Atlantiks waren traditionell von Lachsen bewohnt. Die Ergebnisse der neuen Studie, die den derzeitigen Lachs-Bestand Fluss für Fluss untersucht: In Deutschland, der Schweiz, den Niederlande n, Belgien, Tschechien, der Slowakei ist der Lachs mittlerweile ausgestorben, in Estland, Portugal, Polen, den USA und Kanada ist er vom Aussterben stark bedroht. Fast 90% der Population lebt in den Flüssen von nur vier Ländern: Norwegen, Island, Irland und Schottland.

Die fünf Hauptursachen für diese dramatische Situation sind:

  • Überfischung
  • Staudämme und Wehre, die die Wanderung der Lachse zu ihren Laichgründen unmöglich machen
  • Flussregulierungen, die den Lebensraum Fluss stark beeinträchtigen
  • Wasserverschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft
  • die Lachszucht, die *über entkommene Exemplare * zu einer Veränderung des Genpools und zur Verbreitung von Krankheiten führt.

Das kommerzielle Lachsfischen ist eines der Themen der Regierungskonferenz der NASCO (North Atlantic Salmon Conservation Organization) nächste Woche in Spanien. "Das Problem ist: Die kommerzielle Lachsfischerei mit Netzen im Atlantik kann nicht nachhaltig gestaltet werden. Dabei sterben genauso Lachse aus Flüssen, in denen sie vom Aussterben bedroht sind, wie aus gesünderen Populationen", erklärt Schneidergruber. "Das Lachsfischen mit Netzen im Atlantik muss daher ganz verboten werden." Seit 1970 sind die Fangzahlen im Atlantik wegen der um 80% zurückgegangen. Ohne sofortige Schutzmaßnahmen wird dieser Trend sich fortsetzen und der Lachs aus dem Atlantik und den angrenzenden Flüssen verschwinden.

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