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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Nicht mehr als ein Nutzenfaktor

Utl.: Ausgabe vom 30. Mai 2001=

Die politische Handschrift der Haider-FPÖ liest
sich als Fortsetzung inakzeptabler Tabubrüche. Schritt für Schritt werden verbale Tiefschläge gesellschaftsfähig gemacht, die tiefer nicht mehr sein können. So lässt der Kärntner Landeshauptmann nebenbei fallen, dass man bei der Familienzusammenführung reduzieren und stattdessen Fachkräfte ins Land holen solle. Zynischer Nachsatz:
Familienzusammenführungen würden nur erhöhte Sozialkosten bedeuten und keinen wirklichen Vorteil bringen.
Deutlicher als mit dieser Ungeheuerlichkeit kann man Menschenverachtung nicht mehr zum Ausdruck bringen. Wer keinen Nutzen bringt, gehört weg, lautet die Botschaft. Fachkräfte lassen sich wunderbar ausbeuten, Familienzusammenführungen könnten uns etwa gar Humanität abverlangen. Die FPÖ steht in Sachen Fachkräfte vor einem Dilemma. Einerseits wird die Wirtschaft in dieser Frage nicht mehr lockerlassen. Andererseits: Wie kann diese Partei ihre Klientel bedienen, wenn sie in Sachen Zuwanderung nachgibt? Ganz einfach. Haider schafft zwei Kasten von Ausländern, die, die etwas bringen und die, die nichts bringen. Schon ist der Spagat geschafft zwischen Wirtschaftsinteressen und "Herz" für Vorurteile.
Einerlei, welche politische Strategie hinter Inhumanitäten steckt, sie dürfen nicht unwidersprochen bleiben. Hier geht es nicht um abstrakte Zahlen, sondern um Schicksale, um Familien. Wie sicher kann man sich als Familienmitglied in einer Gesellschaft wohl fühlen, die das Auseinanderreißen von Familien auf einen Nutzenfaktor reduziert?

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