"Kleine Zeitung" Kommentar: "Alte Platte" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 30.5.2001

Graz (OTS) - Angekündigte Revolutionen finden in der Regel nicht statt und folglich war auch nicht damit zu rechnen, dass die Koalition wegen des Besuchs des deutschen Bundeskanzlers in Brüche geht.

Susanne Riess-Passer beschwor nach dem klärenden Frühstück mit Wolfgang Schüssel wieder die traute Einigkeit: "Das Klima dieser Koalition bestimmt nicht der Herr Schröder, weil dafür ist er nicht wichtig genug."

Gilt das auch für Jörg Haider?

Die Vizekanzlerin vermied eine Stellungnahme. Die Taktik der FPÖ ist ohnehin offenkundig. Man praktiziert die Zwei-Firmen-Theorie:
Riess- Passer mimt den seriösen Part in der Regierung, Haider bedient mit verbalen Kraftakten die Parteibasis.

Im konkreten Fall kann er sehr weit gehen, weil Schüssel durch das Protokoll gebunden ist und der Besuch so ablief, wie er geplant war. Der blaue Altobmann weiß genau, dass auch viele ÖVP-Wähler Schröders Auftreten als Demütigung für die österreichische Regierung auffassten. Deshalb wird Haider nicht locker lassen. Er spielt nochmals das Heldenlied der Sanktionszeit.

Alte Platten erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit. Vor allem dann, wenn den Interpreten später nichts mehr eingefallen ist. ****

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