Grünewald zu Sterbebegleitung: Den Worten müssen Taten folgen

Enqueten dürfen nicht der Gewissensberuhigung dienen

Wien (OTS) "Die Bundesregierung reagiert spät auf die Diskussion zur Situation von Sterbenden. Vorhandene Defizite und Missstände sind lange und hinreichend bekannt. Diese Mängel zu beheben, dazu hätte es keiner Enquete bedurft", kritisiert Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen, anlässlich der parlamentarischen Enquete zu 'Solidarität mit unseren Sterbenden'. "Die Betreuung von Sterbenden ist in umfassender Qualität trotz vieler - meist privater - Bemühungen bei weitem nicht gewährleistet. Enqueten dürfen nicht allein der Gewissensberuhigung dienen und sind als Visitenkarte sozialer Einstellung nicht geeignet. Die Grünen werden prüfen, wie ernst es der Regierung ist, hier tiefgreifende Verbesserungen für unheilbar Kranke, alte und sterbende Menschen herbeizuführen", so Grünewald.

Die Entwicklung der Palliativmedizin und der Ausbau der Hospizbewegung zeigt zwar erste Erfolge, diese kommen aber nur einem Bruchteil der Betroffenen zugute. Eine angemessene Umwidmung von Akutbetten in Betten zur Betreuung Sterbender wird im Krankenanstaltenplan solange Absichtserklärung bleiben, solange aufgrund mangelnder Vorsorge in der Finanzierung der Krankenanstalten diese Betten defizitär sind.
"Die Versorgungsqualitäten müssen umfassend verbessert werden. Der Ausbau von Hospizen kann davon nur ein Teil sein. Im stationären Bereich sind geeignete Räume des Abschiednehmens einzurichten und mit professionellem Personal auszustatten. Die ambulante Versorgung muss ein Sterben zu Hause besser als bisher ermöglichen. Ergänzend sind tagesklinische Einrichtung einzuführen und den Kassen dafür die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen", fordert der Gesundheitssprecher. "Zur Zeit wird betreuendes Personal durch Sparmaßnahmen überfordert. Statt Regelfinanzierung überwiegt der Spargedanke", so Grünewald.

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