Csörgits zu Kindergeld: Verrat an ArbeitnehmerInnen

Karenzgeld PLUS ist die Alternative

Wien (ÖGB). "Das ist ein Verrat an allen ArbeitnehmerInnen die bisher fleißig in die Versicherung einbezahlt haben", bringt die Vorsitzende der ÖGB-Frauen und ÖGB-Vizepräsidentin, Renate Csörgits, ihre Kritik am Kinderbetreuungsgeld auf den Punkt. Frauen sollen demnach arbeitsrechtlich schlecht abgesichert vom Arbeitsmarkt verdrängt werden. "Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft schier verzweifelt nach Arbeitskräften sucht", so die ÖGB-Frauenvorsitzende.++++

Csörgits: "Die partnerschaftliche Teilung der Karenz wird erschwert. Es finden sich Stolpersteine für eine flexible Gestaltung der Karenz sowie Anreize für längere Berufsunterbrechungen. Mittel für den Wiedereinstieg stehen nicht zur Verfügung. In der Pensions-und Krankenversicherung kommt es zu Einnahmenverlusten. Verlierer sind jene, die früher in den Beruf zurückkehren. Und außerdem fehlt eine faire Finanzierungsbasis für das Kinderbetreuungsgeld".

Abgesehen davon, dass nach wochenlangen "herumdoktern an diversen Details" die Unsicherheiten und Unklarheiten täglich größer werden, sei am Kinderbetreuungsgeld "aber schon gar nichts zukunftsweisendes zu bemerken", meint die ÖGB-Frauenvorsitzende. Ganz im Gegenteil:
"Während das Wehklagen über fehlende Arbeitskräfte täglich lauter wird, will die Regierung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschweren". Die ÖGB-Frauen fordern daher die Einführung des Karenzgeld PLUS.

Das ÖGB-Modell:
Zum derzeitigen Karenzgeld in der Höhe von 5.643 S kommt als einkommensabhängiges PLUS ein zusätzlicher Betrag von 2.794 bis 9.444 S. Damit erhalten ArbeitnehmerInnen in der Karenz mindestens 8.437 S. Das entspricht dem sogenannten "Ausgleichszulagenrichtsatz", jenem Betrag,der als Mindestpension für Alleinstehende gilt. Die Höchstgrenze von Karenzgeld PLUS liegt bei 15.087 S. Diese Summe entspricht dem derzeit höchsten Arbeitslosengeld. Das PLUS für die ArbeitnehmerInnen entsteht abhängig von ihrem bisherigen Einkommen. Karenzgeld PLUS kann zwei Jahre von allen ArbeitnehmerInnen bezogen werden.

Weiters fordern die ÖGB-Frauen den Ausbau der Teilzeitkarenz durch eine verbesserte Rechtsdurchsetzung und Beibehaltung der finanziellen Unterstützung während der Teilzeitkarenz, das Recht auf Änderung der Arbeitszeit bei der Berufsrückkehr und eine Milliarde Schilling zur Entwicklung gezielter Maßnahmen für den Wiedereinstieg. Gleichzeitig muss es eine bedarsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu erschwinglichen Preisen geben.(ff)

ÖGB, 29. Mai 2001
Nr. 450

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