RadioKulturhaus: "DichterHören: Ingeborg Bachmann" - Mit Johanna Wokalek

Wien (OTS) - Nach Thomas Bernhard und H. C. Artmann ist der dritte Teil des Zyklus "DichterHören" im KlangTheater des RadioKulturhauses Ingeborg Bachmann gewidmet. Unterstützt von Musik und Originalzitaten der Dichterin, liest Johanna Wokalek am 5. und 6. Juni aus den Werken Bachmanns, die heuer ihren 75. Geburtstag gefeiert hätte.****

Der wundersamen Wortheiligen der modernen österreichischen Literatur, Ingeborg Bachmann, ist die zweimalige Veranstaltung "DichterHören" im KlangTheater des RadioKulturhauses gewidmet. Ingeborg Bachmann wuchs in einem kleinbürgerlichen Reihenhaus an der Peripherie von Klagenfurt auf und faszinierte als zwanzigjährige Studentin in Wien, unmittelbar nach der letzten Kriegskatastrophe, den Kreis der jungen Dichter um Hans Weigel. Weigel hat dann, sehr spät, einen bekenntnisreichen Roman über seine Beziehung zu Ingeborg Bachmann geschrieben - wie überhaupt die Fülle des (posthumen) Schreibens über Bachmann in seltsamem Gegensatz zu ihren eigenen, bis zur Sprachlosigkeit sensiblen Selbstumkreisungen steht. Kaum jemals ist Dichtung so öffentlich strapaziert und so oft missverstanden worden, wie die der Ingeborg Bachmann - zumal ihr Feuertod 1973 dieser Mythenbildung auch noch Vorschub geleistet hat. Heuer wäre Ingeborg Bachmann 75 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass möchte die Reihe DichterHören "Die Bachmann" persönlich begreiflich und verständlich machen - in Originaltönen und in authentischer Interpretation.

Burgschauspielerin Johanna Wokalek liest u. a. Auszüge aus Ingeborg Bachmanns Werken "Simultan", "Wir müssen wahre Sätze finden", "Anrufung des Großen Bären", "Malina", "Das Dreißigste Jahr" und "Gier". Johanna Wokalek begeisterte u.a. als Nina in Luc Bondys Inszenierung von Tschechows "Möwe" Kritik und Publikum und steht derzeit als Käthchen im Heinrich von Kleist-Stück "Käthchen von Heilbronn" auf der Burgtheater-Bühne.

"Wenn Ruhe eintritt, ist der Saal gleichmäßig von Köpfen gefurcht, und man kann in allen Reihen die Ohren der Zuhörer vor Neugierde wachsen sehen" (Bachmann).
So könnte gleichsam das Motto der Reihe "DichterHören" im KlangTheater lauten, die im Fall der Bachmann zu einer einmaligen akustischen Expedition in die schwierige Seelenlandschaft der Dichterin einlädt.

Selbstverständlich wird auch Ingeborg Bachmann selbst zu hören sein, mit persönlichen Wortmeldungen zu Tod, Krieg, der Gesellschaft an sich. Außerdem erzählt sie, wie sie übers Klavierspielen zur Dichtung gefunden hat. Abgerundet wird das multimediale Porträt der Dichterin durch die Lesung von Johanna Wokalek und musikalische und atmosphärische Stimmungsbilder - wie z. B. "Telemannia" von Hans-Werner Henze oder eine eindrucksvolle Geräuschkollage vom Einmarsch Adolf Hitlers: "Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass man nur in einem Krieg ermordet wird oder nur in einem Konzentrationslager, man wird mitten im Frieden ermordet, dafür sorgen eben die anderen oder das was ich den Mörder nenne." (Originalzitat Bachmann).

"DichterHören: Ingeborg Bachmann" - Mit Johanna Wokalek:
Dienstag, 5. Juni und Mittwoch, 6. Juni, jeweils um 19.30 Uhr, KlangTheater
Eintritt: öS 145.-/175.- (Euro 10,53/12,71)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage
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