90 Prozent der Raucher fürchten sich vor Krebs

Fonds Gesundes Österreich präsentiert aktuelle Umfragedaten anlässlich des Internationalen Weltnichtrauchertages am 31. Mai

Wien (OTS) - Der Fonds Gesundes Österreich nimmt den Internationalen Weltnichtrauchertag am 31. Mai wieder zum Anlass, Rauchen und seine gesundheitsgefährdenden Auswirkungen bei der österreichischen Bevölkerung ins Gedächtnis zu rufen. Die Umfrage des Vorjahres unter 500 ÖsterreicherInnen wurde heuer im Auftrage des Fonds Gesundes Österreich vom Institut für strategische Markt- und Meinungsforschung (ISMA) wiederholt, die aktuellen Daten liegen jetzt vor.

Den ÖsterreicherInnen ist mittlerweile gut bekannt, dass Rauchen einer der wesentlichsten Faktoren hinsichtlich lebensstilbedingter Erkrankungen ist. Vor allem Krebs steht an erster Stelle der im Bewusstsein verankerten Rauchfolgen, 80% der NichtraucherInnen und 90 % der RaucherInnen nennen die krebserzeugende Wirkung des Rauchens an erster Stelle.

Die überwiegende Mehrheit der befragten RaucherInnen befasst sich auch mit dem Gedanken, das Rauchen einzustellen.

"Bisher durchgeführte und vom Fonds Gesundes Österreich geförderte Projekte, z. B. im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, zeigen, dass Rauchentwöhnungswillige professionelle Hilfe benötigen" berichtet Dr. Klaus Ropin, Gesundheitsreferent des Fonds Gesundes Österreich. Die verschiedensten modernen Methoden stehen in Österreich zu Verfügung. Aber auch flankierende infrastrukturelle Massnahmen, die am Arbeitsplatz gesetzt werden können, sind nötig, um das Nichtrauchen effektiv zu unterstützen. Auch die Umfragedaten ergaben, dass sowohl RaucherInnen als auch NichtraucherInnen für die Ausweitung therapeutischer Hilfestellungen und Präventivmassnahmen plädieren.

Erfolgreicher Ausstieg aus dem Nikotinkonsum ist der eine mögliche Weg hin zu einer gesünderen Bevölkerung, ein zweiter wird immer wichtiger, wie Dr. Rene Chahrour aus seiner Arbeit im Fonds Gesundes Österreich weiss: "Die RaucherInnen werden immer jünger. Auch die aktuelle Umfrage bestätigt diesen Trend. Es ist daher dringend nötig, in der Prävention bei jugendlichen NichtraucherInnen und noch nicht manifest nikotinabhängigen Menschen anzusetzen". Das Image von "Rauchen ist cool und festigt meinen Platz in einer sozialen Gruppe" muss verändert werden in "Nichtrauchen ist ultracool und deswegen bin ich ein Winner-Typ".

Diese Ergebnisse sind u.a. für den Fonds Gesundes Österreich Anlass, seine bisherige erfolgreiche Lebensstilkampagne "Bewusst lebt besser" im Jahre 2001 um das Thema "Pro Nichtrauchen" zu erweitern. Es soll eine verstärkte Thematisierung des Zusammenhangs von Nichtrauchen und Gesundheit, sowie eine Senkung der Zahl jugendlicher Nikotin-EinsteigerInnen erzielt werden.

Die Umfrage

Nikotinkonsum

Der Anteil der Raucher innerhalb der österreichischen Bevölkerung hat sich tendenziell leicht verringert: Im Vorjahr gaben 38% der Befragten an zumindest gelegentlich zu rauchen, jetzt sind es um fünf Prozentpunkte weniger, also 33%.

Im Mai 2000 haben sich 41% der Männer zu den Rauchern gezählt, heuer 39%. Bei den Frauen war der Wert des Vorjahres bei 36%, heuer sind es 28%.

Raucher Mai 2000 Mai 2001
Alter

16-29 Jahre 54% 47%
30-44 Jahre 51% 33%
45-59 Jahre 31% 36%
60-69 Jahre 19% 17%
70 und mehr Jahre 12% 15%

Nahezu unverändert blieb die Intensität des Nikotinkonsums:

Heuer gaben 56% der Befragten an, bis zu 10 Zigaretten täglich zu rauchen, im Vorjahr waren es 53%. Bei 20 täglichen Zigaretten war der Umfragewert diesmal 36% - nahezu gleich mit den 37% des Vorjahres. 40 Zigaretten pro Tag rauchen 7% laut diesjähriger Erhebung, im Mai 2000 zählten sich 9% der Befragten zu dieser Gruppe. Gleichgeblieben ist der Wert für "mehr als 2 Packungen täglich" mit 1%.

Die letzte Zigarette

Die überwiegende Mehrheit der Raucher befaßt sich mit dem Gedanken das Rauchen einzustellen. Interessant ist die Tatsache, dass das schlechte Gewissen bei mäßigen wie bei starken Rauchern etwa gleich stark ausgeprägt ist.

"Denken Sie manchmal daran mit dem Rauchen aufzuhören?"

Zigarettenkonsum

bis 10 Zigaretten 11 Zigaretten und mehr

sehr häufig 30% 29%
ab und zu 28% 27%
selten 13% 15%
nie 29% 29%

Rauchen gefährdet die Gesundheit

Das Wissen um die gesundheitsschädigenden Folgen des Rauchens ist ausserordentlich hoch, wobei sich zwischen Rauchern und Nichtrauchern interessante Schwerpunktverteilungen ergeben.

"Welche Krankheiten werden Ihrer Ansicht nach durch Rauchen mitverursacht?"

Total Raucher Nichtraucher

Krebs 83% 90% 80%
Herz- und Gefäßerkrankungen 37% 37% 38%
Erkrankungen der Lunge 31% 24% 35%
Magenerkrankungen 2% * 3%
sonstige Erkrankungen 9% 9% 9%

Vier Fünftel der Nichtraucher beschreiben die kanzerogene Wirkung des Tabakkonsums, bei der Gruppe der Raucher steigt der Anteil auf 90%. Die Tatsache, dass andere Krankheitsbilder von beiden Gruppen in etwa gleichem Ausmaß genannt werden, läßt den Schluß zu, dass die Gefahr an Krebs zu erkranken von Rauchern besonders befürchtet wird. Andere letale Folgen, wie Herz- und Kreislaufschäden, dürften subjektiv unterschätzt werden.

An Krebs zu erkranken und zu sterben steht somit im Zentrum der Ängste der Raucher.

Mögliche Massnahmen gegen das Rauchen

Wie bereits im Vorjahr werden die meisten Vorschläge, die darauf zielen das Rauchen einzuschränken von der Mehrheit der ÖsterreicherInnen befürwortet.

Total Raucher Nichtraucher 5/00 5/01 5/00 5/01 5/00 5/01

mehr Hilfsangebote für
ausstiegswillige Raucher 79% 82% 82% 75% 78% 85%
mehr Nichtraucherzonen in
Restaurants etc. 77% 82% 61% 70% 85% 88%
mehr Rauchverbote in
öffentlich zugänglichen
Bereichen 73% 77% 63% 59% 79% 85%
mehr Antiraucherkampagnen 62% 68% 47% 57% 71% 74% generelles Rauchverbot am
Arbeitsplatz 52% 53% 37% 39% 60% 59% Anhebung der Zigaretten-
bzw. Tabakpreise 48% 44% 31% 27% 57% 52% Verbot der Tabakwerbung 45% 55% 42% 49% 47% 58% Geldstrafen bei Verletzung
von Rauchverboten 30% 30% 31% 33% 29% 29% allgemeines Verbot von
Tabakkonsum in Österreich 10% 13% 6% 9% 13% 15%

Die Daten zeigen in beeindruckendem Ausmaß, dass sowohl Raucher als auch Nichtraucher vor allem für die Ausweitung therapeutischer Hilfestellungen, Präventivmaßnahmen, wie Forcierung der Antiraucherkampagnen, Verbot der Tabakwerbung und Anhebung der Zigarettenpreise plädieren.

Während repressives Vorgehen gegen das Rauchen nur geringen Anklang findet, ist die Mehrheit der Bevölkerung und auch der Raucher gegenüber sozialmedizinischen Interventionen, Informationskampagnen und nicht zuletzt einem Werbeverbot für Tabak, das von jedem zweiten Raucher befürwortet wird, extrem aufgeschlossen.

Der Wunsch nach genereller Verstärkung der Maßnahmen gegen das Rauchen ist ähnlich stark wie im Vergleichszeitraum Mai 2000 ausgeprägt. Er wird von zwei Drittel der Bevölkerung (2000: 63%) und zwar von 48% der Raucher (45%) und 74% (74%) der Nichtraucher geäußert.

Nichtraucher treten verstärkt für Regelungen ein, die vor passivem Rauchen schützen: Erweiterung der Rauchverbote in öffentlichen Bereichen und am Arbeitsplatz, sowie die Ausweitung der Nichtraucherzonen in Restaurants und Lokalen. Drei Fünftel der Nichtraucher und selbst zwei Fünftel der Raucher fühlen sich durch Passivrauchen belästigt oder gefährdet.

"Fühlen Sie sich, egal ob Zuhause, in Ihrer Freizeit oder am Arbeitsplatz durch Zigarettenrauch belästigt oder in Ihrer Gesundheit gefährdet? Ist das.."

Total Raucher Nichtraucher

sehr oft 14% 10% 16%
ab und zu 23% 15% 27%
selten 17% 14% 18%
nie 46% 61% 39%

(Beim Vergleich der einzelnen Zeitreihen ist darauf zu achten, dass die Vergleichswerte innerhalb zahlenmässig gering besetzter Subgruppen aufgrund der Schwankungsbreiten nur bedingt interpretierbar sind)

Diesen Text finden Sie unter www.fgoe.org

Auf Anfrage senden wir Ihnen die detaillierten Ergebnisse der Umfrage gerne zu.

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