FERRERO-WALDNER an Waffenstillstandslinie bei Panmunjom in Korea

"koreanisches Lob für FERRERO-WALDNERS diplomatisches Geschick"

(Panmunjom(Korea) - OTS) Außenministerin Benita FERRERO-WALDNER sagte heute anläßlich der Besichtigung der Waffenstillstandslinie zwischen Nord- und Südkorea in Panmunjom, daß es "12 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs in Europa an der Zeit ist, dieser anachnonistischen Trennung von Völkern auch in Asien zu beenden".

Staatspräsident KIM Dae-jung hat Außenministerin Benita FERRERO-WALDNER gegenüber gestern seine Grundsätze für die Beziehungen Südkoreas zu Nordkorea mit folgenden Worten definiert:
"Eine bewaffnete Provokation durch den Norden werde nicht geduldet werden, die Republik Korea habe keine Absicht, Nordkorea zu untergraben oder zu absorbieren, die Republik Korea werde eine Aussöhnung und Zusammenarbeit mit dem Norden aktiv verfolgen und damit in Bereichen beginnen, in denen dies schon jetzt möglich ist". FERRERO-WALDNER bezeichnete diese Haltung von Staatspräsident KIM Dae-jung als "äußerst weitsichtig" und sagte ihm die volle Unterstützung Österreichs bei der Verfolgung seiner "Sonnenscheinpolitik" gegenüber Nordkorea zu.

Die neue US-Administration stand dem Regime im Norden von Anbeginn vorsichtiger gegenüber und brachte wiederholt Zweifel an den ehrlichen Absichten des Nordens sowie Vorwürfe, die getroffenen Vereinbarungen nicht zu respektieren, vor. Diese verhärtete Haltung führte offensichtlich zum Rückzug des Nordens aus dem bilateralen Dialog. "Die südkoreanische Seite geht davon aus, daß der Norden vor weiteren Schritten bzw. vor der Wiederaufnahme des Dialoges auf Ministerebene die Neuformulierung der Haltung der US-Administration abwarten wolle. Die südkoreanische Seite rechnet damit, daß die neu definierte Haltung der USA nicht wesentlich von jener der Clinton-Administration abweichen werde und daß die Fortführung sowohl des innerkoreanischen Dialoges als auch des Dialolges US-DVRK (Demokratische Volksrepublik Korea) möglich sein werde", sagte FERRERO-WALDNER heute zum Abschluß ihres Besuches in Korea.

Am 27. Juli 1953 wurde in dem am 38. Breitengrad gelegenen Ort Panmunjom eine Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet, die noch heute das Verhältnis der beiden koreanischen Staaten zueinander regelt. Eine Friedensvereinbarung kam bisher nicht zustande. Panmunjom blieb der einzige Übergang in der entmilitarisierten Zone entlang der Waffenstillstandslinie. Post- und Telefonverbindungen wurden bis heute nicht wieder hergestellt. In Panmunjom wurde eine UN-Waffenstillstands-Überwachungskommission eingerichtet, in der heute nur mehr fünf Schweizer und fünf schwedische Militärpersonen der (kriegs-) neutralen Staaten permanent tätig sind.

Der koreanische Außenminister HAN Seung-soo gab FERRERO-WALDNER zu Ehren gestern ein Abendessen und lobte in seiner Tischrede die "außergewöhnlichen diplomatischen Fähigkeiten" der österreichischen Außenministerin, die zur Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Österreich geführt haben. "Sie haben sich damit nicht nur in ihrem eigenen Land, sondern auch unter ihren Außenministerkollegen weltweit großen Respekt erworben", so HAN Seung-so. FERRERO-WALDNER bedankte sich mit folgenden Worten: "Nur Menschen mit einem Blick für die Zukunft ihres Landes sind, so wie ihr Staatspräsident KIM Dae-jung, werden es schaffen, die beiden Koreas friedlich zu einigen. "Es wird ein schwieriger und schmerzhafter Weg sein, aber ein Weg der schlußendlich allen Koreanern eine glückliche Zukunft geben wird". (Schluß).

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