Förderung der Windenergie wird zum Prüfstein der Anti Atom- und Klimapolitik Niederösterreichs

Umweltverbände kritisieren geplante Begrenzung der Windenergie

St.Pölten (OTS) - Heftige Kritik üben die Umweltverbände Arge Erneuerbare Energien, Klimabündnis NÖ, IG Windkraft, Bundesverband Erneuerbare Energien, die NÖ überparteiliche Plattform Stop Temelin und Eurosolar am Regierungsentwurf zum NÖ Elektrizitätswesengesetz (NÖ ElWG). Der Entwurf soll am Dienstag endgültig in der NÖ Landesregierung beschlossen werden. Nach letzten Angaben der Landesregierung soll es jetzt doch zu einer Begrenzung von Windenergie bei 3 % kommen. Der Umgang mit den heimischen Erneuerbaren Energien stellt einen Prüfstein für eine glaubwürdige Klimaschutz- und Anti-Atompolitik in Niederösterreich dar.

"Soll es sich bei der Anti Atom Politik nicht nur um Lippenbekenntnisse handeln, dürfen Alternativen zur Atomenergie nicht verhindert werden. Einerseits fordern wir von unseren tschechischen Nachbarn die Schließung des Atomkraftwerkes Temelin, gleichzeitig soll aber die billigste und am schnellsten zu verwirklichende Alternative, die Windkraft, in NÖ massiv begrenzt werden.", ist Josef Seidl, Obmann der Arge Erneuerbare Energien Wien-NÖ empört.

Aufgrund massiver Proteste, die sich in über 1500 Briefen und Emails an die Landesregierung niederschlugen, wurde die Beschlussfassung der Begrenzung schon mehrmals hinausgeschoben. Dass aufgrund dieser Proteste nun die Stromerzeugung aus Biomasse unbegrenzt ausgebaut werden kann, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie sollte vorerst genauso wie die Windenergie auf je 2 % begrenzt werden. Unverständlich ist hingegen, dass die Windkraft bei 3 % Stromanteil gedeckelt bleiben soll. Mit ihr kann am schnellsten und billigsten der Umstieg zu einer nachhaltigen Energieversorgung geschafft werden.

"Mit den zahlreichen Windenergieprojekten, die fertig in der Schublade liegen, wären 10 % Windstrom möglich.", meint Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der Interessenvertretung Windkraft. Er verweist darauf, dass schon knapp eineinhalb Prozent erreicht sind. "Spätestens in eineinhalb Jahren werden wir an den 3 % - Deckel stoßen. Es ist schade, dass das Land NÖ den Einstieg in einen weltweit boomenden Markt dermaßen erschwert.", so Hantsch.

10 % Windstrom in NÖ brächten Investitionen von 7 Milliarden Schilling, wovon 2 Milliarden sofort heimischen Bau- und Elektrofirmen zugute kämen. Dem stünden Mehrkosten für Stromverbraucher von nur zwei Krügel Bier pro Person und pro Jahr bzw. für Gewerbe und Industrie von 0,7 bis höchstens 1,5 Promille des Umsatzes gegenüber.

Die genannten Organisationen fordern daher zumindest bis zur Erreichung der im Kyoto-Protokoll erklärten CO2-Ziele eine unbeschränkte Abnahmeverpflichtung für Ökostrom aus Windkraft, Biomasse und Sonne und entsprechend kostengerechte Einspeisetarife, wie sie etwa in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland vorgesehen sind.

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