17. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Druck und Papier eröffnet

1. Bericht vom Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Druck und Papier

Wien (ÖGB/DuP). Heute Nachmittag wurde im AK-Bildungszentrum in Wien, Theresianumgasse, unter dem Motto "Der Mensch ist das Maß aller Dinge" der 17. Ordentliche Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Druck und Papier (DuP) eröffnet. 70 DelegiertInnen nehmen an diesem Gewerkschaftstag teil, der noch bis Mittwoch dauert. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Druck und Papier (DuP), Franz Bittner,begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste und betonte in seiner Eröffnungsrede, "dass die Gewerkschaft DuP zu den ältesten Gewerkschaften gehört und daher Traditionen schätzt und hochhält." Zum ersten Mal sei insofern ein Traditionsbruch gegenüber vergangenen Gewerkschaftstagen eingetreten, als diesmal keine Regierungsvertreter eingeladen worden sind.++++

Bittner begründete diesen Bruch mit der propagierten Wendepolitik, wo Fremdenfeindlichkeit, Menschenhatz und Ausländerfeindlichkeit an der Tagesordnung stehen würden. "Uns geht es um soziale Gerechtigkeit", so Bittner, "deshalb wollen wir auch nicht den Dialog verweigern, sondern aufzeigen, wo wir Gewerkschafter stehen."

Der Vizebürgermeister der Stadt Wien und Finanzstadtrat, Dr. Sepp Rieder, kritisierte in seiner Begrüßungsansprache die geänderten Rahmenbedingungen, wodurch das österreichische Modell der Sozialpartnerschaft "Stück für Stück demontiert wird". Scharfe Kritik äußerte Rieder an der "Drüberfahr-Mentalität" der Bundesregierung und betonte die Notwendigkeit, mit den Gewerkschaften gemeinsam auf wirtschafts- und sozialpolitischer Ebene zusammenzuarbeiten.

Detlef Hensche, Vorsitzender der deutschen Industriegewerkschaft Medien begrüßte als Vertreter der ausländischen Delegierten die Tagungsgäste. In seiner Rede wandte sich Hensche "als Gast an die österreichischen JournalistInnen" und wünschte diesen "viel Durchsetzungsvermögen und Erfolg bezüglich des Widerstands gegen die versuchte Einschränkung und Einschüchterung der Pressefreiheit". Hensche appelliert an eine tolerante und menschenwürdige Gesellschaft, die es zu verteidigen gilt, da diese die "Grundlagen allen gewerkschaftlichen Handelns" sei. Weiters forderte Hensche von der Gewerkschaft DuP einen branchenbezogenen Schulterschluß über die nationalen Grenze hinweg ein. "Gemeinsame Verbindlichkeiten müssen -etwa in der Frage Lohndumping - eingegangen werden." (lu)

ÖGB, 21. Mai 2001
Nr. 422
(Fortsetzung)

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