Wiener Börse-Chef Zapotocky präsentiert Strategien für die Zukunft

Besseres Marketing, optimierte Rahmenbedingungen für Engagement der Pensionskassen und weitere internationale XETRA-Anbindungen

Wien(PWK376) "Wir sind keine Lokalbörse mehr, sondern können heute weltweit neue Investoren gewinnen", berichtete Börse-Vorstand Stephan Zapotocky heute bei seinem Vortrag im Rahmen des Kapitalmarkt-Symposiums in der Wirtschaftskammer Österreich. Lob spendete Zapotocky dabei vor allem dem Handelssystem XETRA, das die Wiener Börse mit über 70 internationalen Handelshäusern verbindet. Der Börse-Chef hat aber auch für die Zukunft weitreichende Ziele. So soll die Rate der Privatanleger von derzeit 7,5% auf 12 % gesteigert, die Börsekapitalisierung von derzeit 15% des BIP auf 22 bis 25% des BIP gehoben und vor allem der Streubesitz von heute 40% auf 60% ausgeweitet werden. Mittels einer intensiven Öffentlichkeitskampagne und dem notwendigen vermehrten Engagement der Pensionskassen am heimischen Markt will Zapotocky den ATX & Co. wieder auf Vordermann bringen.

Letztes Jahr waren es fünf, heuer sollen es zehn Emissionen werden. Dabei plant der Vorstand der Wiener Börse, die drei großen "Player" rund um die Börse - Emittenten, Investoren und Marktintermediäre -mit unterschiedlichen Strategien zu bearbeiten. So will er sich vor allem auf mittelständische Betriebe als neue Börsemitglieder konzentrieren. Eine intensive Pre-IPO Beratung soll die rund 150 bis 170 potenziellen Kandidaten für einen Börsegang gewinnen. Nicht zuletzt soll den Emittenten ein besserer Marketing-Support auch die internationale Öffnung ermöglichen. "Ein Punkt in dem wir verstärkt mit der Wirtschaftskammer zusammenarbeiten werden." So ist auch eine intensive Bewerbung via Internet angedacht.

Investoren denkt Zapotocky vor allem durch eine Optimierung der Rahmenbedingungen für verstärktes Engagement der Fonds- und Pensionskassen zu erzielen. Auch bei der gerade diskutierten "Abfertigung neu" sollen laut Zapotocky Veranlagungsüberlegungen "kapitalmarktfreundlich" angestellt werden.
Die Finanzmarktintermediäre - sprich die Banken - sollen zu mehr Handelsaktivität gebracht werden und die weitere Anbindung neuer internationaler Teilnehmer an das XETRA-System steht dabei auch auf der Tagesordnung.

Gegen eine Überforderung der Börsen sprach sich Volker Potthoff, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse, aus. "Man muss endlich verstehen, dass die Börse nicht der Kapitalmarkt ist!" Nach seiner Analyse wird auch von der Wiener Börse zu vieles erwartet, was eigentlich in den Zuständigkeitsbereich anderer Institutionen fiele. Chancen sieht Potthoff vor allem im weiter zu intensivierenden Einsatz der Technologien. "Hier kann die USA nicht mithalten. Denken Sie nur an die New York Stock Exchange, die immer noch ein Floor Trading besitzt."
Aufpassen müssen Europas Börsen allerdings auf das außerbörsliche Geschehen. "Immer mehr spielt sich das Geschehen via Broker auf den sogenannten Neuen Plattformen ab. Da fällt nichts mehr für die Börse ab." In diesem Zusammenhang braucht man die Unterstützung von mehreren Seiten.

Angesichts der Trends wie Deregulierung, Globalisierung etc. appelliert Potthoff für den sogenannten "gläsernen Kapitalmarkt und die absolute Transparenz". Sollte das nicht eintreten, fürchtet er, dass als Finanzplatz nur noch London übrigbleibe. (AB)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK