Mitterlehner fordert Business Angels

Wirtschaftskammer Österreich und Wiener Börse AG forcieren gemeinsam den heimischen Kapitalmarkt

Wien (PWK371) - Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Wiener Börse AG (WBAG) veranstalteten heute, Freitag, ein gemeinsames Kapitalmarkt-Symposium. Ziel dieser Veranstaltung: Die Belebung des Kapitalmarktes Österreich. Für Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär der WKÖ, ist "der österreichische Kapitalmarkt im Vergleich mit anderen europäischen Kapitalmärkten "unterentwickelt´ und führt nach wie vor ein Schattendasein". Das zeigt sich besonders beim Anteil der Bevölkerung mit Aktienbesitz. Mit lediglich 7 Prozent privaten Aktienbesitz rangiert Österreich am unteren Ende der Skala. Vorbilder in diesem Bereich sind wieder einmal die skandinavischen Länder (Dänemark 22 %, Schweden 35 %) sowie Australien mit 40 und die USA mit 43 Prozent.

Beteiligungsfreibetrag für Business Angels
Um den privaten Kapitalmarkt auch wirklich weiter entwickeln zu können müssen neue Möglichkeiten der Finanzierung gefunden werden. Daher fordert Mitterlehner das System der "Business Angels". "Business Angels sind private Investoren, die in kleine, junge Unternehmen mit Wachstumspotential investieren und so - unter Erwartung einer entsprechenden Rendite - zu einer soliden Eigenkapitalausstattung beitragen. "Business Angels´ verfügen oft über Spezialkenntnisse der Branche, in die sie investieren. Dieses Know-how kommt auch dem Beteiligungsunternehmen zugute", so Mitterlehner. Der Generalsekretär der WKÖ ortet hier ein Potenzial von hunderten "Business Angels´ in Österreich, die erfahrungsgemäß zwischen 1 bis 3 Millionen Schilling pro Projekt und Unternehmen investieren. Um diese Art der Finanzierung für "Business Angles´ steuerlich reizvoller zu machen, schlägt Mitterlehner einen Beteiligungsfreibetrag in Höhe von 20.000 Euro (ß 275.000 Schilling) vor.

Venture Capital-Investitionen auf für Pensionskassen ermöglichen In Kapitalmärkten mit einer entwickelten Venture-Capital-Industrie, wie in den USA und einigen europäischen Ländern, haben institutionelle Investoren eine große Bedeutung bei der Versorgung mit dem notwendigen Kapital. In einigen Ländern wie Großbritannien, Finnland oder Schweden sind Pensionskassen sogar die anteilsmäßig wichtigste Quelle von Venture Capital und Private Equity. Die Wirtschaft schlägt daher vor, dass im Pensionskassengesetz und im Versicherungsaufsichtsgesetz Venture-Capital- Veranlagungen ermöglicht werden.

Optimale Privatisierungen stärken Interesse an Finanzplatz Wien
Die Privatisierungen von staatsnahen Betrieben sowie eine aktionärsfreundliche Gestaltung der Emissionen aber auch eine attraktive Dividendenpolitik sind absolut wichtige Beiträge zur Förderung des Aktienbesitzes in Österreich und damit zur Stärkung des Finanzplatzes Wien. "Durch schlecht geführte Börsegänge oder ungünstige Kursentwicklungen wie bei der Telekom-Aktie wurde das Vertrauen gerade der Kleinanleger in die Anlageform Aktie erschüttert. Es wird daher für die weitere Kursentwicklung an der Wiener Börse enorm wichtig sein, wie gut die Privatisierungen von industriellen Schwergewichten, wie zum Beispiel VOEST-Alpine oder OMV ablaufen", so Mitterlehner.

Für Mitterlehner gilt es nun ein Bündel von Maßnahmen zu setzen, um den heimischen Betrieben und hier vor allem den KMUs dringend benötigtes Eigenkapital zur Verfügung stellen zu können. Auch für Stefan Zapotocky, Vorstandsdirektor der WBAG, steht fest, dass eine Öffnung des Kapitalmarktes unbedingt notwendig ist, und stellt fest:
"Wir dürfen und können uns bei der Stärkung des heimischen Kapitalmarktes nicht auf die Hilfe von ausländischen Börsen verlassen. Einen funktionierenden Kapitalmarkt kann immer nur das eigene Land selbst entwickeln. Nur wenn es uns gelingt, Investoren zu finden, die in den österreichischen Markt investieren, werden wir unsere Vorhaben erreichen. Dazu bedarf es allerdings einer Marktöffnung für Privatinvestoren".

Investoren-Plattform an der Wiener Börse
Ein weiterer wichtiger Schritt wird für die Anlegerstruktur in Österreich unternommen. An der Wiener Börse wird eine Investoren-Plattform geschaffen, die unter der Schirmherrschaft von DDr. Erhard Schaschl die Aktienkultur in Österreich verbessern wird. Im Vordergrund steht dabei der Anleger. Die Interessenswahrung des Anlegers wird von weiteren Maßnahmen, zum Beispiel von einer Privatinvestorenkampagne in Österreich und einem Ausbau der wbag-Homepage für Privatinvestoren, begleitet.

Eine Intensivierung des Kapitalmarktes durch die ab Jänner gemeinsame Währung erwartet sich Othmar Karas, Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europa Parlamentes. "Ein weiterer Anreiz für den Kapitalmarkt kann und muss aber auch die betriebliche Pensionsvorsorge sein. In diesem Bereich haben wir in Österreich immer noch ein riesiges Manko, was aber gleichzeitig eine Chance darstellt. Nur neun Prozent der in Österreich Beschäftigten haben eine betriebliche Pensionsvorsorge. Damit liegen wir mehr als nur deutlich unter dem EU-Durchschnitt von etwa 25 Prozent. In Dänemark und den Niederlanden beträgt der Anteil der Beschäftigten mit einer solchen Altersvorsorge sogar schon 80 Prozent". Um in diesem Bereich endlich weitere Schritte von Seiten der EU unternehmen zu können -Karas ist auch Berichterstatter des Europa Parlamentes für betriebliche Altersvorsorge - fordert der Europaparlamentarier den Finanzminister und mit ihm den Ecofin auf, die Blockadepolitik zur Regelung der europäischen Altersvorsorge endlich aufzugeben.

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