Gusenbauer wirft Schüssel "unernsten Umgang" mit Universitäten vor

ÖH-Ergebnis ist eindeutige Absage der Studierenden an Kurs der Regierung

Wien (SK) Sehr erfreut zeigte sich Freitag SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in einer Pressekonferenz über das Ergebnis der ÖH-Wahlen, vor allem am Zugewinn des VSStÖ. Gusenbauer wertet dieses Ergebnis als deutliche Absage der Studierenden an die Politik der Bundesregierung. Es sei ein Ausdruck der Ablehnung gegen Studiengebühren, der Ablehnung gegen den allgemeinen Kurs der Regierung und eine Ablehnung des unernsten Umgangs mit den Universitäten. Gusenbauer betrachtet dieses Ergebnis als eine Grundlage für weitere Erfolge des VSStÖ bei kommenden ÖH-Wahlen. ****

Als ein "Musterbeispiel" für den unernsten Umgang mit Universitäten ortet Gusenbauer in der "Rede zur Schieflage der Nation" von Bundeskanzler Schüssel diese Woche. Schüssel will nämlich bis 2010 die Akademikerquote in Österreich von acht auf 20 Prozent erhöhen. "Doch wie will er das anstellen? Durch die Einführung der Studiengebühren? Durch die Einschränkungen bei den Ausgaben im Hochschul- und Bildungsbudget? Oder die Legalisierung der "Methode Fabel"?, so Gusenbauer.

"Zur Zeit liegt die Akademikerquote bei acht Prozent. In Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 1998 hatten 314.500 ÖsterreicherInnen über 15 Jahre einen Hochschulabschluss, die Zahl der Beruftstätigen mit Hochschulabschluss betrug 253.100. Weiters gab es 1998 21.141 Neuzugänge an den Hochschulen und 12.980 HochschulabsolventInnen. Eine Anhebung der Akademikerquote auf 20 Prozent bis zum Jahr 2010, wie von Kanzler Schüssel gefordert, würde bedeuten, dass es ca. 633.000 ÖsterreicherInnen mit Hochschulabschluss gibt. Das heißt: In den nächsten neun Jahren müsste es einen Zuwachs von 380.000 Akademikern geben, und das bei einer Zahl von etwa 200.000 Studierenden; pro Jahr müssten 42.200 ÖsterreicherInnen ein Studium abschließen, das sind fast 30.000 mehr als zum jetzigen Zeitpunkt", rechnet der SPÖ-Vorsitzende vor.

Selbst bei einer optimistischen Schätzung, dass es weiterhin an die 20.000 Neuzugänge pro Jahr an den Unis gibt, könne sich die Rechnung nie und nimmer ausgehen. Noch dazu angesichts des Umstandes, dass es etwa 1998 nur 34.419 MaturantInnen gab - also deutlich weniger potentielle Studenten, als nötige Absolventen. Schüssels Szenario sei daher, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Studiengebühren die Zahl der Studierenden - wie von allen Experten prognostiziert - merklich zurückgehen wird, ein total unrealistisches, schloss Gusenbauer. (Schluss) ns

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