Brandheiße Studie über Motorradunfälle in NÖ

LH Pröll: Vier Punkte-Programm für mehr Sicherheit

St.Pölten (NLK) - "32 Tote bei Motorradunfällen im Jahr 2000 sind zuviel!" betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zu einer neuen Unfallstudie, die vom Land Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ausgearbeitet wurde und die gefährlichsten Motorradstrecken im Land ausweist. Während bei den Pkw trotz steigender Zulassungszahlen die Unfälle zurückgegangen sind, haben in den letzten beiden Jahren die Motorradunfälle um 20 Prozent zugenommen. Landeshauptmann Pröll hat auf Grund der Studie veranlasst, dass ein Vier Punkte-Programm zur Hebung der Verkehrssicherheit für Zweiräder umgesetzt wird:

Bei Bitumenausbesserungen auf gefährlichen Straßenabschnitten wird der NÖ Straßendienst vermehrt auf die Zweiradsicherheit achten, um das "Wegrutschen" bei Nässe weitgehend zu vermeiden.

Die Kehrpläne der Straßenmeistereien werden weiter auf die Erkenntnisse aus der Gefahrenstellenanalyse abgestimmt. Problematische Straßenabschnitte werden im Frühjahr bevorzugt vom Rollsplitt gesäubert. Auch von den Bikern wird ein Entgegenkommen erwartet. Pröll: "Ein Fahrstil mit ausreichender Sicherheitsreserve ist noch immer die beste Lebensversicherung für Motorradfahrer."

Größtes Augenmerk wird auf Bewusstseinsbildung gelegt. Gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit werden Aktionstage durchgeführt. Im Laufe des Sommers werden Gefahrenpunkte und Gefahrenstrecken für Zweiradfahrer besonders gekennzeichnet.

Um die Bevölkerung an den beliebten Ausflugsstrecken vor unnötigen Lärm zu schützen wird ein Prüfbus eingesetzt. "Schwarze Schafe", die es auch unter den Motorradfahrern gibt, sollen so aus dem Verkehr gezogen werden. "Auch das ist eine Verkehrssicherheitsmaßnahme, da nachgewiesen wurde, dass ‚Bastler‘-Motorrad- und Mopedfahrer, die mit nicht zugelassenen Fahrzeugen oder Teilen unterwegs sind - besonders häufig an Unfällen beteiligt sind", betonte Pröll.

Gleichzeitig mit der Erhöhung der Sicherheit für Motorradfahrer muss aber auch die Bevölkerung entlang den beliebtesten Strecken vor den negativen Auswirkungen des vermehrten Motorradverkehrs geschützt werden, so der Landeshauptmann.

Österreich erlebt in den letzten Jahren einen wahren Zweiradboom. Allein in Wien und Niederösterreich sind derzeit 100.000 Motorräder zugelassen. In Niederösterreich ist die Zahl der Motorräder seit 1992 um 125 Prozent gestiegen. Gestiegen ist aber auch die Zahl der Zweiradunfälle. Insgesamt haben sich in Niederösterreich im Jahr 2000 637 Motorradunfälle ereignet, bei denen 32 Personen getötet wurden. Besonders hoch ist der Anteil der Motorradunfälle im Bezirk Lilienfeld. Das kann in erster Linie auf die begehrten Ausflugsziele und die einladenden Streckenführungen der Straßen zurückgeführt werden.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit sind die Ursachen für die Motorradunfälle vielfältig, aber nicht angepasste Geschwindigkeit ist auch auf zwei Rädern Nummer 1. 45 Prozent der tödlich verunglückten Motorradfahrer kamen bei "Alleinunfällen" ums Leben, bei denen es keine anderen Beteiligten gab.
Strecken, auf denen es zu besonders vielen Motorradunfällen kam, sind die B 25 zwischen Gaming und Lunz, die Landesstraße 120 zwischen Neuwaldegg und Dopplerhütte, die B 17 zwischen Vösendorf und Guntramsdorf, die L 133 zwischen Kleinzell und Rainfeld sowie die B 11 zwischen Achau und Mödling.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/9005-14705Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK