Faymann: Wohn-Symposion dient internationalem Ideenaustausch

"Themenbauten" sind Absage an Gleichmacherei im Wohnbau

Wien, (OTS) "Das dreitägige Wohnsymposion "Lifescapes" ist ein Ideenwettbewerb und ein Austausch von Erfahrungen und Plänen unterschiedlicher urbaner Regionen aus aller Welt", stellte Wohnbaustadtrat Werner Faymann bei der Eröffnung des Symposions im Künstlerhaus fest. "Im Wien der Zwischenkriegszeit hat die Stadt ein bewusstes Gegenprojekt zu den sogenannten Palästen der Wohlhabenden gesetzt und den "sozialen Wohnbau" initiiert. Heute kommen unterschiedlichere und feiner ausgeprägte Instrumente zum Einsatz. Für die Stadterneuerung wendet die Stadt jährlich drei Milliarden Schilling auf. Im Gegensatz zur Methode des "Kahlschlags" in anderen Städten, bei den Häuser abgerissen und durch neue ersetzt werden, wird in Wien die sanfte Stadterneuerung praktiziert. Hier können die Mieter während der Sanierung weiter in ihren Häusern wohnen. Diese Sanierung funktioniert in Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern und zugunsten der Mieter, die danach über eine höhere Wohnqualität verfügen.

Das zweite entscheidende Instrument ist das des Neubaus. In Wien ist das Mietpreisniveau in den letzten Jahren deutlich gesunken. Das ist aber nicht auf irgendwelche komplizierte gesetzliche Regelungen zurückzuführen, sondern auf die ausgeprägte Neubautätigkeit. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage hat zu einem Sinken der Preise geführt.

Der Wiener Wohnbau zeichnet sich in den letzten Jahren durch eine Fülle von architektonischen, technologischen und gestalterischen Neuerungen und Verbesserungen aus. Die wohnbaupolitische Zielsetzung leistbarer Wohnungen mit höchsten Qualitätsanforderungen hat in Wien zu einer Reihe von international anerkannten und avantgardistischen Projekten geführt. Die Gasometer City zum Beispiel verbindet ein Industriedenkmal mit trendigen Wohnungen und einem modernen Freizeit-und Dienstleistungsangebot. Aufgrund der guten Infrastruktur mit U-Bahn-Anschluss kommen auch andere Investoren und beleben den neuen Stadtteil zusätzlich.

Absage an Gleichmacherei durch Themenbauten

Die Stadt setzt durch eine Reihe von Themenbauten darauf, ganz spezifische Interessens-Schwerpunkte in konkrete Wohnbauprojekte umzusetzen. Die Autofreie Mustersiedlung zum Beispiel oder die Frauenwerkstadt I und II, diverse Integrations- und Selbstbauprojekte sowie Umweltprojekt wie die Solar City oder das Zukunftsprojekt "Das dienende Haus" sind nur einige der sogenannten "Themenbauten", mit denen die Stadt versucht, den jeweils unterschiedlichen subjektiven Wohnbedürfnissen der Menschen möglichst gerecht zu werden.

Die Wohnbaupolitik stützt sich unter anderem auf die vielen Kontakte mit den Wienerinnen und Wienern, auf die Nachfrage am Wohnungsmarkt auf Untersuchungen und Umfragen, auf Vergleiche mit anderen Städten, auf die Zukunftsprognosen der Demographie, auf technologische und architektonische Entwicklungen und auf infrastrukturelle Möglichkeiten. Eine wesentliche Komponente bleibt im tagtäglichen Betrieb aber manchmal unterbelichtet. Und das ist der gesellschaftspolitische, kulturelle und wirtschaftliche Unterbau, auf dem das wohnrelevante Leben in Wien basiert. Eine vorausschauende und verantwortungsvolle Politik - und gerade Wohnpolitik - muss über den fachspezifischen Tellerrand hinausblicken und die Verbindungen zu anderen Lebensbereichen der Bewohner erkennen und mit einbeziehen. Das ist umso wichtiger, als Planungs-Zeiträume von 10 oder 15 Jahren im Wohnbau üblich sind. Das ist ein Zeitraum, der üblicherweise die Funktionsperiode einiger Wohnbaustadträte beansprucht".

Die Themenbereiche der Veranstaltung spiegeln Wohnen im Kontext des täglichen Lebens, Wohnen im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen und Wohnen als Produkt der Wohnungspolitik wider. Die Veranstaltung ist in sechs Themenblocks gegliedert:

o Das Thema "Wohnen in Medien" behandelt einen Bereich, der in

einigen Neubauprojekten bereits Eingang gefunden hat. So existieren bereits Wohnbauten mit eigenen internen Kommunikationssystemen und eigenem Intranet. Darüber hinaus spielen Massenmedien bei der Suche nach der geeigneten Wohnung eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang wird das Medium Internet immer wichtiger. Bereits seit einigen Jahren bietet das Wohnungssuchsystem "ELWIS" seine Dienste an, in den kommenden Wochen wird auf der homepage www.wohnservice-wien.at ein umfangreiches Wohnangebot für alle Interessierten zur Verfügung stehen.
o Das Thema "Heim-Werk" spielt in der Wiener Wohnbaupolitik eine

immer größere Rolle. Wohnen und Arbeiten unter einem Dach wurde bereits in vielen Fällen realisiert. Sowohl bei der im Sommer bezugsfertigen Gasometer City als auch bei der Wienerberg City, mit der heuer begonnen wird, steht die Verschränkung von Wohnen und Arbeiten im Mittelpunkt. Als nächster Schritt geht es darum, inwieweit diese beiden Bereiche in ein- und derselben Wohnung kombiniert werden können.
o "Wohnen als Politik" hat vor allem die Frage der Lenkung von

Wohnmöglichkeiten, Wohnpreisen und Wohnstandard als Korrektiv
zum freien Markt zum Inhalt. Hier spielt die Wohnbauförderung ebenso eine maßgebliche Rolle wie Bauordnung, Flächenwidmung und Wettbewerb im Wohnbau. Hier hat die Stadt eine eindeutige Position. Wohnen ist ein Grundbedürfnis, dass möglichst günstig, sicher und qualitativ hochwertig abgedeckt werden soll.
Förderung von Neubau und Sanierung einerseits ermöglicht leistbare Wohnungen. Personenbezogene Förderungen wie Wohnbeihilfe und Jungfamilienförderung andererseits ermöglichen zielgerichtete Unterstützung finanziell Schwächerer.
o Das Thema "Stadt als Wohnung" findet sich bereits heute in der

wohnpolitischen Konzeption. So fördert die Stadt neue Wohnprojekte seit fünf Jahren nach einem neuen
Schwerpunktsystem. Statt "auf der grünen Wiese" werden seither Projekte mit guter Verkehrsanbindung vor allem im innerstädtischen Bereich forciert.
o Das Thema "Wohnen als Symbol" findet sich in der aktuellen

Städteplanung wieder. Ehemals verfallene Wohngegenden werden durch bewusst gesetzte Sanierungs- und Neubautätigkeit belebt
und "trendy".
o "(Im)mobil Wohnen" bezeichnet einen bemerkenswerten

gesellschaftlichen Aspekt. Im Zuge der Entwicklung zu mehr Flexibilität und Mobilität hat sich auch das "Wohnverhalten" verändert. Je nach beruflichen oder familienspezifischen Anforderungen wird der Wohnort häufiger gewechselt als früher. (Schluss) gmp

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
e-mail: mil@gws.magwien.gv.atPID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK