Fahrschulen weisen falsche Behauptungen zurück

Stellungnahme des Fachverbandes zur heutigen ÖGB-Pressekonferenz - Ausbildung billiger als in Deutschland oder Schweiz

Wien (PWK365) - Seit Jahren sehen sich die österreichischen Fahrschulen mit Angriffen seitens des ÖGB, der SPÖ und der AK konfrontiert, die in regelrechte Kampagnen gegen eine gesamte Branche ausarten. Trotz zahlreicher, einschlägiger Gespräche kam es bisher zu keiner Verständigung. Bedauerlicherweise werden immer wieder die selben falschen Vorwürfe erhoben. Daher nehmen sich die Fahrschulen neuerlich die Mühe, die Unwahrheiten aufzuzeigen, antwortet der Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrschulen Österreichs, Dr. Michael Grubmann, auf die heutige Pressekonferenz des ÖGB.

Ein Hauptvorwurf der Kritiker betrifft die Preisgestaltung. Entweder beziehen sich die Vorwürfe auf massive Preisunterschiede oder darauf, dass die Preise überall gleich seien. "Diese Behauptungen sind unlogisch und ein Widerspruch in sich", wundert sich Grubmann.

Da die österreichischen Fahrschulen keine staatlichen Subventionen erhalten, sind sie gezwungen, unternehmerisch zu kalkulieren. Auch der Wettbewerb innerhalb der Branche werde immer schärfer: Gab es 1991 289 Fahrschulen, so sind es derzeit 350, also eine Steigerung um 25 % in den vergangenen Jahren. Zusätzlich verschärft werde die Konkurrenz durch die sinkenden Geburtenzahlen in den vergangenen Jahrzehnten.

Ein Preisvergleich der AK zeigt, dass zwischen der billigsten und der teuersten Fahrausbildung für die Klassen A und B in den heimischen Fahrschulen ein Preisunterschied von ca. 30% besteht. In anderen Branchen seien Preisunterschiede bis 300% nicht unüblich.

Weiters weist der Fachverband in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Motorrad- oder Pkw-Fahrstunde zwischen 500 und 600 Schilling kostet, wogegen 700 bis 1.000 Schilling für eine Facharbeiterstunde bei anderen Gewerben durchaus üblich seien.

Auch wird behauptet, dass die Fahrausbildung der Klassen A und B in Deutschland und in der Schweiz weniger koste als in Österreich. Auch dies ist falsch: Wie eine Schweizer Studie belegt, kostet die Ausbildung in Österreich durchschnittlich 18.000,--, in Deutschland 21.000,-- und in der Schweiz 28.000,-- Schilling.

Die SPÖ fordert außerdem immer wieder die Reduktion der Ausbildungskosten für den Führerschein der Klassen A und B auf einheitlich 1.000,-- Euro (13.760,-- Schilling). Dieser Vorschlag sei vollkommen unrealistisch, die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl der Fahrstunden könnte in diesem Fall nicht eingehalten werden. Dies komme einem Schlag ins Gesicht der Verkehrssicherheit gleich.

Der Vorwurf, jeder Fahrschüler sei an die örtliche Fahrschule gebunden, treffe ebenfalls nicht zu. "Die österreichischen Fahrschulen unterliegen keinem Gebietsschutz", stellt Grubmann klar. Der Fahrschüler könne für die Fahrausbildung seine Fahrschule österreichweit frei auswählen. Die behördliche Prüfung kann innerhalb des gesamten Bundeslandes, in dem der Kandidat den Hauptwohnsitz hat, abgelegt werden. Liegt die Arbeits- oder Ausbildungsstätte des Kandidaten in einem anderen Bundesland, so kann auf Antrag die Fahrprüfung auch in dem anderen Bundesland abgelegt werden.

Österreich sei mit dieser flexiblen Handhabung im übrigen liberaler, als es eine einschlägige EU-Richtlinie vorschreibt.

Zum Vorwurf, es gäbe keine Möglichkeit des Preisvergleiches zwischen den Fahrschulen, legt der Fachverband Wert auf die Feststellung, dass die Fahrschulen eine der wenigen Branchen sind, die sich selbst ein Tarifblatt verordnet haben. Dieses Tarifblatt gilt seit 1.1.2000, garantiert eine vollständige Kostentransparenz und muss in jeder Fahrschule gut sichtbar angebracht sein. Im Tarifblatt ist genau aufgelistet, wie viel eine komplette Ausbildung (Paketpreis), aber auch Einzelleistungen wie z.B. eine Fahrstunde, eine Einzel-Theoriestunde, die Prüfungsvorbereitung oder auch Lernunterlagen, kosten.

Zusätzlich habe der Fachverband der Fahrschulen im Rahmen eines Gespräches mit Vertretern der AK am 22.2. d.J. ein Tarifblatt sowie eine Musterkalkulation für eine Fahrausbildung der Klasse B übergeben. Offenbar wurden weder Kritikpunkte am Tarifblatt noch Fehler in der Musterkalkulation gefunden, da bis heute keine Reaktion erfolgt ist, erklärt Grubmann. (hp)

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