Rieder präsentiert das Urban Technologie Network-UTN

Zwei Jahre Städtenetzwerk für Technologieprojekte im neuen Europa

Wien, (OTS) "Nach dem Fall der politischen Grenzen müssen wir alles daran setzen, um im neu entstehenden Europa die noch vorhandenen wirtschaftlichen bzw. technologischen Grenzen ebenfalls abzubauen. Es darf nicht sein, dass eine ‚Technologiekante’ anstelle des Eisernen Vorhanges das erweiterte Europa in zwei Teile trennt. Aus diesem Grund hat Wien das Urban Technologie Network-UTN initiiert, das Basis für den Transfer von Stadttechnologien ist. So können Städte und Regionen in Ost- und Südosteuropa an mitteleuropäische Standards herangeführt werden und reif für eine Integration in das EU-Europa gemacht werden. Wir beschränken uns dabei jedoch nicht nur auf die fünf EU-Beitrittskandidaten, sondern laden alle interessierten Staaten in Ost- und Südosteuropa ein, sich in dieses Netzwerk einzubringen", betonte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Donnerstag im Rahmen eines Mediengesprächs anlässlich eines Symposiums des Urban Technologie Network, das am 17. und 18. Mai 2001 in Wien stattfand. An der Medienkonferenz nahmen auch Prof. Dr. Muhidin Hamamdzic (Bürgermeister Sarajewo), Yuri Kasakov (Vizebürgermeister Odessa), Panagiotis Sgouridis (Vizepräsident des griechischen Nationalparlaments), Michael Stylianidis (Bürgermeister Xanthi), Pavel Zorski (Vizebürgermeister Krakau), sowie Rudolf Niessler (Europäische Kommission) teil.****

UTN: Angleichen der Technologiestandards

Das Urban Technologie Network wurde auf Initiative Wiens ins Leben gerufen und ist ein von der Europäischen Kommission und der Stadt Wien kofinanziertes Projekt aus dem INTERREG IIC Programm. Es hat in den letzten zwei Jahren ein funktionierendes Städtenetzwerk für Stadttechnologie-Entwicklung in Ost- und Südosteuropa aufgebaut. Der internationale Rahmen für eine Zusammenarbeit von Städten bei der Entwicklung von Projekten zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur ist durch das EU Programm HABITAT III gegeben. Im Rahmen dessen haben sich Städte dazu verpflichtet, internationale Kooperationen einzugehen, die den Austausch angepasster Technologien fördern.

Die Hauptaufgabe dieses Projektes ist es, die Zusammenarbeit im Sinne der Raumentwicklung zu fördern, ebenso wie die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Staaten im Mittel-, Süd- und Südosteuropäischen Raum zu unterstützen. Da es im zentraleuropäischen Raum, zwischen den Staaten der EU und den benachbarten östlichen Ländern, Unterschiede in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht gibt, sind Kooperationsprogramme wie das UTN eine Möglichkeit, in den Beitrittsländern und in potentiellen Beitrittsländern die Technologiestandards zu heben und diese Städte und Regionen wettbewerbsfähiger zu machen. Österreich, Deutschland, Griechenland und Italien sind von dieser Situation direkt betroffen und haben deshalb ein großes Interesse an einer intensiven Zusammenarbeit.

Urban Technologie Network - so funktioniert’s

Im Rahmen des Urban Technologie Network können sich interessierte Staaten über die neuesten Standards in Sachen Stadttechnologien informieren. Konkrete Stadttechnologieprojekte, wie der Bau von Kanalnetzen, U-Bahnen oder auch die Organisation der Müllbeseitigung, werden zwar nicht im Rahmen des Netzwerks realisiert, die Weichen dafür können aber über die im Netzwerk gewonnenen Kontakte zu Anbietern dieser Technologien und der EU gestellt werden. So hilft die EU bei Ausschreibungen und stellt, wenn notwendig, auch finanzielle Mittel für die Realisierung solcher Projekte zur Verfügung.

Intensive Kontakte zwischen europäischen Städten

Die Entwicklung der wirtschaftlichen Erneuerung in den EU-nahen Regionen Mittel-, Süd- und Südosteuropas hängt ab von der Entwicklung und von der Qualität der Verbindungen, die sich auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene, im Sinne von Städtepartnerschaften in den nächsten Jahren ergeben werden. Deshalb ist es eine vordringliche Aufgabe der EU-Staaten, vornehmlich der Initiatoren dieses Projektes, Österreich, Griechenland und Italien, die Infrastruktur im Kooperationsraum von Mittel- und Südosteuropa - CADSES und auch die Standards im Bereich der Verwaltung der Städte in diesem Raum zu fördern. Das Projekt Urban Technology Network enthält sowohl Projekte, die auf nationaler Ebene in Österreich, Griechenland und Italien umgesetzt werden, gleichzeitig aber zu einem transnationalen Gesamtprojekt verbunden werden können. Gegenwärtig bestehen konkrete Partnerschaften in diesem Netzwerk zwischen den Staaten der Europäischen Union und Städten, wie Odessa in der Ukraine, Krakau in Polen, Budapest, Bratislava und den rumänischen Städten Bukarest und Galaze. Diese Städte sind am UTN-Netzwerk als gleichberechtigte Mitglieder beteiligt. Die Städte des Balkans, Belgrad und Smederevo, Sarajewo und Mostar, Dures sowie Kumanovo haben ihr Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit bekundet.

Zukunft des Projektes

Die Diskussion über die Zukunft des Projektes ist ein wichtiger Teil des Symposiums. Zur Zeit arbeiten zwölf Städte aus zehn Ländern in diesem Netzwerk. In der neuen INTERREG Programmperiode (2000 -2006) soll UTN weitergeführt und ausgebaut werden. Es wird einer der wichtigsten Punkte sein, mehr Städte besser bei der Projektvorbereitung zu unterstützen und die vorhandene Expertise in den Partnerstädten verstärkt für die Entwicklung von Infrastrukturprojekten zu nutzen. Derzeit besteht ein starkes Interesse, insbesondere Städte vom Balkan und aus Rumänien, willkommen zu heißen. Momentan liegen offizielle Anträge aus Belgrad, Bukarest und Sarajewo bezüglich einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Vorbereitung von städtischen Infrastrukturprojekten vor.

150 Teilnehmer aus über 15 Staaten

Insgesamt nahmen am Symposium, das am 17. und 18. Mai in Wien stattfand, über 150 Teilnehmer aus 26 Städten und 15 Ländern teil. Unter anderem sind Budapest, Bratislava, Thessaloniki, Xanthi, Odessa, Krakau, Venedig u.v.m. vertreten.

Die Ziele des Symposiums sind mannigfaltig. Auf der einen Seite werden die bisherigen Ergebnisse des Projektes in unterschiedlichen Formen (multilaterale, bilaterale und lokale Projekte) präsentiert. Gleichzeitig dient die Konferenz als eine Plattform für ein zukünftiges, gemeinsames Vorgehen bezüglich der Infrastrukturentwicklung in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Die Beteiligung von Bürgermeistern, hochrangigen Beamten, Fachleuten aus dem operativen Bereich und Experten aus Wien, den Partnerländern und zukünftigen Netzwerkpartnern garantiert einen aufschlussreichen und interessanten Austausch bezüglich möglicher Kooperationsprojekte. (Schluss) mmr/

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