Generalversammlung der Oesterreichischen Nationalbank

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Generalversammlung der Oesterreichischen Nationalbank erörterte Präsident Adolf Wala die wichtigsten Ergebnisse des Jahresabschlusses 2000.

Die Erfolgsrechnung erbrachte ein geschäftliches Ergebnis von ca. 1,7 Mrd EUR. Daraus errechnet sich die 34%ige Körperschaftsteuer von 573 Mio EUR sowie der gesetzliche Gewinnanteil des Bundes in der Höhe von 90 % des versteuerten Ergebnisses im Ausmaß von 998 Mio EUR. Nach Berücksichtigung der Körperschaftsteuer und der Dividende erhält der Bund mit ca. 1,6 Mrd EUR (oder 21,5 Mrd ATS) eine um fast 30 % höhere Gewinnabfuhr als im Vorjahr.

Die OeNB hat im Jahr 2000 das höchste Ergebnis ihrer Geschichte erreicht. In den letzten fünf Jahren wurden Gewinne von mehr als 3% des BIP an den Staat geleistet. Von ihrem verbleibenden Gewinnanteil stellt die Bank mit etwa 70 Mio EUR (oder 967 Mio ATS) erneut den Großteil der Forschungsförderung zur Verfügung.

Mit der frühzeitigen Anpassung ihrer Unternehmensstruktur an die neuen Anforderungen des Eurosystems sicherte sich die OeNB eine herausragende Position und zählt heute zu den schlanksten nationalen Notenbanken des Eurosystems. Zur effizienten Erfüllung der zahlreichen zusätzlichen und qualitativ anspruchsvollen Aufgaben im ESZB hat die Bank ihre Organisations- und Führungsstrukturen weiter optimiert, ein neues Personalmanagementkonzept eingeführt und e-Business-Anwendungen eingesetzt.

Darüber hinaus wurden in der Unternehmensstrategie Schwerpunkte und neue Akzente gesetzt. Neben der Etablierung als Informationsdrehscheibe im Bereich der Währungspolitik haben sich die Bank und die Tochtergesellschaften bei der Produktion, der Bearbeitung und Verteilung von Zahlungsmitteln als d a s Kompetenzzentrum in Österreich positioniert. Die international anerkannte Sicherheitstechnologie und die hohen Sicherheitsstandards gewährleisten auch in Zukunft die Fälschungssicherheit der Zahlungsmittel.

Trotz der Eintrübung des globalen wirtschaftlichen Umfelds deuten die guten Fundamentaldaten auf ein Anhalten der konjunkturellen Dynamik im Euro-Währungsgebiet hin. Mit einer in Dauer und geografischer Ausdehnung noch nie da gewesenen Preisstabilität sind langfristig die Wirtschaftsaussichten für den Euroraum merklich verbessert.

Auch in Österreich blieb die Wirtschaft im dritten aufeinander folgenden Jahr auf einem kräftigen Wachstumspfad, sodass es zu den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit und der höchsten Preisstabilität im Eurosystem zählt. Das öffentliche Defizit konnte insbesondere auf Grund der guten konjunkturellen Lage rascher als vorgesehen zurückgeführt werden. Die Erfüllung der Verpflichtungen des Stabilitäts- und Wachstumspakts erfordert eine nachhaltige Konsolidierung. Strukturellen Reformen kommt daher ein hoher Stellenwert zu.

Abschließend wies der Präsident darauf hin, dass Herr Generalrat Mag. Kothbauer sein Mandat zurückgelegt hat. Die Generalversammlung hat einstimmig Herrn Vorstandsdirektor Dkfm. Zwettler für eine Funktionsperiode von fünf Jahren zum Mitglied des Generalrates gewählt.

Gouverneur Dr. Liebscher verwies auf die sehr positiven Erfahrungen nach fast zweieinhalb Jahren Währungsunion. Der Euroraum verzeichne ein robustes Wachstum und eine deutlich verbesserte Arbeitsmarktsituation. Der EZB-Rat habe durch eine vorausschauende Zinspolitik Preisstabilität erfolgreich gewährleistet und damit bedeutend zu einem soliden, nichtinflationären Wachstum im Eurogebiet mit positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung geleistet. Der Euro sei zu einem stabilen Eckpfeiler im internationalen Währungssystem geworden. Das Eurowährungsgebiet verfüge neben einem voll integrierten Geldmarkt über sehr liquide und breite Kapitalmärkte. Die OeNB habe sich bei der Erfüllung ihrer zum Teil neuen Aufgaben im Wettbewerb der Zentralbanken des Eurosystems bisher sehr gut behauptet.

"Diese ersten Erfolge der Währungsunion dürfen jedoch nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden", mahnte Gouverneur Liebscher. Daher seien - im Rahmen einer zunehmend koordinierten Wirtschaftspolitik - neben einer nachhaltigen Konsolidierung der öffentlichen Haushalte gemäß dem Stabilitäts- und Wachstumspakt die bereits eingeleiteten Strukturreformen auf den Güter-, Arbeits-, Finanzmärkten und insbesondere auch in den Bereichen der Altersvorsorge und des Gesundheitswesens energisch voranzutreiben, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Euroraums sicherzustellen. Auch Österreich, das durch seine volle EU-Integration sehr profitiert habe, müsse dazu seinen Beitrag liefern.

Eine besondere Herausforderung für die OeNB im Jahr 2001 liege in einer soliden Vorbereitung der Eurobargeldeinführung, sowohl in logistischer als auch in kommunikationspolitischer Hinsicht. "Die Vorbereitungen im Eurosystem und insbesondere auch bei der OeNB und ihren Tochtergesellschaften laufen planmäßig", so der Gouverneur. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Einführung des Euro-Bargelds die Akzeptanz des Euro weiter erhöhen werde.

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