Caritas-Direktorenkonferenz ortet politische Leerläufe der Solidarität

Küberl: "Effektive Maßnahmen gegen Armut fehlen"

Innbruck, 17.5.2001 (OTS) Die Frühjahrskonferenz der Caritas-Direktoren, die heute in Matrei in Tirol zu Ende ging, befasste sich intensiv mit den Themen Armutsvermeidung und internationale Hilfe. "Die Regierung hat leider noch immer keine effektiven Initiativen gegen Armut und soziale Ausgrenzung gesetzt", fasst Caritas-Präsident Franz Küberl die Ergebnisse der Beratungen zusammen. "Der kürzlich präsentierte Nationale Aktionsplan gegen Armut und soziale Ausgrenzung (NAP) wurde bisher nicht für neue Strategien und Wege zur Armutsvermeidung genutzt. Armut zu bekämpfen ohne Armut grundsätzlich zu vermeiden führt in eine Sackgasse. Die Maßnahmen des NAP sind eine Aneinanderreihung von Einzelinitiativen, lassen aber keinen Willen für grundlegende Verbesserungen erkennen." Die Caritas-Direktoren hoffen, dass hier noch wesentliche Verbesserungen erfolgen.

Die Caritas-Direktoren fordern auch ein umfassendes Umdenken bei Fragen der Integration. "Politik und Wirtschaft diskutieren 'nur' über Arbeitskräfte, es kommen aber immer Menschen, die Gefühle, Bedürfnisse und Lebensziele haben, wie sie jeder von uns in seinem Leben zu verwirklichen sucht", so Küberl. Integration braucht gute Rahmenbedingungen wie zum Beispiel das Recht auf Familienleben, gleiche Rechte und Chancen im Sozial- und Bildungssystem und gleichberechtigten Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt. "Wer hier lebt, soll auch hier arbeiten dürfen und den gleichen Lohn für seine Arbeit erhalten", ist Küberl überzeugt und fordert rasche Taten, "denn Worte allein reichen nicht aus, um zugewanderte Menschen in unser Land zu integrieren."

Politische Leerläufe der Solidarität orten die Caritas-Direktoren aber nicht nur im Inland. Die internationale Hilfe der öffentlichen Hand für Länder in Not ist stark rückläufig. Organisationen wie die Caritas können zwar in akuten Notsituationen einspringen, politische Veränderungen wie z. B. den Erlass von Schulden, damit Länder dem endlosen Kreislauf der Armut überhaupt entkommen können, müssen aber auf internationaler Ebene erreicht werden. Die Caritas hat bei der letzten Augustsammlung 57 Millionen Schilling an Spenden gesammelt -das ist ein Plus von 14% zu 1999 - und sie in Krisengebieten wie Äthiopien, Guinea und Eritrea eingesetzt. Das war für viele Menschen Lebensrettung in letzter Minute. "Viele Politiker können sich an der Solidarität der Österreicher und Österreicherinnen ein Beispiel nehmen und von der Willen zur Hilfe lernen", regt Küberl an.

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