Werbesteuer kostet die Wirtschaft jährlich 1,2 Mrd Schilling

Ruttinger: "Die Abschaffung der Steuer ist ein Gebot der Stunde"

Wien (PWK364) - Die als Nachfolge der "Anzeigen- und Ankündigungsabgabe" im Juni 2000 eingeführte "Werbeabgabe" ist der Wirtschaft nach wie vor zu teuer. Medien, Werbeagenturen und Auftraggeber haben für den Zeitraum Juni bis Dezember 2000 über 654 Millionen Schilling an die Finanzämter überwiesen, wie Ministerialrat Roland Grabner vom Finanzministerium bestätigt. "Damit wird die von der Wirtschaftskammer Österreich ursprünglich erstellte Prognose von S 1,2 Mrd für das Jahr 2001 exakt zutreffen", so der Vorsteher des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation, Walter Ruttinger, der angesichts der reibungslos einzutreibenden Kommunikationssteuer beim Gesetzgeber wenig Motivation für eine baldige Abschaffung sieht.

Dabei ortet der Fachverband dringlichen Handlungsbedarf in diese Richtung und liefert handfeste Argumente, warum die ersatzlose Streichung dieser weltweit einzigartigen Kommunikationssteuer gerade jetzt sinnvoll und notwendig ist. Zum einen weist Ruttinger auf das Abflauen der Konjunktur hin. Schon 2000 war ein erheblicher Rückgang des Werbewachstums zu verzeichnen, wobei die Halbierung des Kommunikationssteuersatzes auf 5% voll der Erhöhung des Werbedrucks in den österreichischen Medien zugute kam. Bestätigt hat sich die Prognose des Fachverbandes vom letzten Herbst, dass die Umlenkung von Abgabenschillingen in den Werbedruck eine Werbe-Sonderkonjunktur bewirkt. Dies wurde angesichts eines von Medienforschern erwarteten Nullwachstums im Jahr 2000 vielfach angezweifelt. "Für 2001 droht allerdings eine weitere Abflachung des Werbeaufkommens. Die Abschaffung der Steuer ist deshalb ein Gebot der Stunde", so Ruttinger.

In einer jüngst erschienenen Verordnung wird zwar die Werbeabgabe für internationale Organisationen mit diplomatischem Status in Österreich gestrichen; das Gros der zahlenden Auftraggeber schaut jedoch wieder einmal durch die Finger. "Die Regierungserklärung stellt uns eine rasche Abschaffung in Aussicht" erinnert Ruttinger die verantwortlichen Politiker und sieht in der anstehenden Änderung des ORF-Gesetz eine Chance: Bei der Forderung nach Abschaffung der Werbeabgabe müssten alle Medien ins Boot geholt werden. Schließlich würden die eingesparten S 1,2 Mrd Werbeabgabe allen Medien und damit auch möglichen neuen elektronischen Medien zugute kommen.

Aufkommen der Werbeabgabe im Jahr 2000

Einschaltmonat Abgabemonat d. Steuer ans FA Betrag in Mio ATS

Jun, Jul, Aug Summe bis Okt
220.094

Sep Nov
114.737

Okt Dez
123.043

Nov Jan
100.118

Dez Feb
96.423

Summe 6-12/2000
654.415

(MH)

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