Geburtenzahl im AKH unbekannt - EDV untauglich

Der seit Jahren gültige Paragraph 15b Abs.1 des Krankenanstaltengesetzes beschreibt das Ausmaß der verpflichtend durchzuführenden Qualitätssicherungsmaßnahmen an Spitälern wie folgt:
Die Rechtsträger von Krankenanstalten haben für die Sicherung der Qualität in den Krankenanstalten zu sorgen. Die Maßnahmen sind so zu gestalten, dass sie den wissenschaftlich anerkannten Maßstäben der Qualitätssicherung entsprechen und regelmäßige vergleichende Qualitätsprüfungen mit anderen Spitälern ermöglichen. Dies bedeutet die zwingende Forderung nach kontinuierlicher Erhebung und Auswertung jener Daten, die üblicherweise für eine perinatale Qualitätssicherung (wie in vielen Ländern bereits gesetzlich geregelt) zur Verfügung zu stellen sind.

Was in Bayern seit nunmehr 20 Jahren eine Selbstverständlichkeit darstellt, existiert bei uns bestenfalls ansatzweise - der Aufholbedarf ist groß. Dabei läge der Vorteil auf der Hand - niemand braucht das Rad neu zu erfinden. Klar ist auch, dass die betreffenden Daten mit den praktisch überall vorhandenen EDV-Systemen zu erheben und auszuwerten sind. Während dies in allen Wiener Gemeindespitälern - auf Betreiben der Primarärzte und der Bemühungen der Verantwortlichen im Krankenanstaltenverbund sowie des Gesundheitsstadtrates funktioniert, macht die geburtshilfliche Abteilung des AKH-Wien hier eine unrühmliche Ausnahme.

An der geburtshilflichen Abteilung des AKH ist es trotz EDV-Investitionen im Bereich hoher Millionenbeträge bis heute nicht einmal möglich, die genaue Geburtenanzahl mittels der vorhandenen AKH-Software zu erheben.

Somit kann aus den generierten Datenbanken keine einzige korrekte Kennzahl und kein einzig richtiger Qualitätsindikator erhoben werden.

Da die Geburtenzahl des AKH mit über 3 700 im Jahr 2000 etwa 25 % der Wiener Geburten ausmacht, ist eine repräsentative Perinatalerhebung im Wiener Bereich somit nicht möglich.

Inwieweit dies in Anbetracht des eingangs zitierten §15 b des KAG, einen gesetzeskonformen Zustand repräsentiert, bleibt dahingestellt.

Unberücksichtigt bleibt dabei die 15a B-VG Vereinbarung (Bundesebene), in der die Finanzierung der Krankenanstalten geregelt ist, welche Sanktionsmechanismen für den Fall der Mißachtung systemischer Qualitätsarbeit vorsieht.

Die Frage nach der Geburtenanzahl im AKH übersteigt jedenfalls die Möglichkeiten der vorhandenen EDV-Lösung.

Dies ist umso bedauerlicher, da sowohl in Anschaffung, als auch im Betrieb um Dimensionen kostengünstigere "funktionierende" Systeme existieren, als jene, die im AKH zur Anwendung kommen.

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