"Kleine Zeitung" Kommentar: "Der Abgang" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 17.05.2001

Graz (OTS) - Einen Tag vor dem Beginn der Klubklausur der FPÖ warf Bundesgeschäftsführer Gilbert Trattner das Handtuch. Einen Grund für seinen Rücktritt nannte der erst vor einem Jahr bestellte Parteimanager nicht, außer, dass er "aufhören möchte".

Auf einen durchdachten Geheimplan, wie die Schlüsselpositionen in der Parteizentrale neu besetzt werden sollen, lässt diese Vorgangsweise nicht schließen. Eher deutet der Abgang auf eine Absetzbewegung hin.

Der FPÖ läuft die Zeit davon. Die Halbzeit der Gesetzgebungsperiode ist bald erreicht. Vor der Entscheidungsschlacht im Herbst 2003 hat die FPÖ noch eine Verschnaufpause, weil in den kommenden eineinhalb Jahren keine Landtagswahl stattfindet.

Die Wahlen in der Steiermark, im Burgenland und in Wien haben der FPÖ schwere Verluste beschert. Die bis dahin von Erfolg zu Erfolg eilende Partei muss nun froh sein, wenn ihr nur jeder dritte Wähler den Rücken kehrt.

Die Teilhabe an der Macht hat ihren Preis. Ein Schwanken zwischen Regierungs- und Oppositionskurs verschlechtert die Lage nur weiter. Mit Blick auf 2003 muss die FPÖ auf ein Überleben der Koalition setzen. Der Fall wäre sonst noch tiefer. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS