Scheele: Krankheiten haben enorme Auswirkungen auf sozio-ökonomische Entwicklung

Pharmaindustrie ist gefordert, ihre Preise zu senken

Strassburg (SK) "Übertragbare Krankheiten haben oft unterschätzte Auswirkungen auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von den ärmsten Staaten der Welt. In diesem Sinne ist der Kampf gegen diese Krankheiten auch ein enorm wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung", erklärte die SPÖ-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Karin Scheele, Mittwoch anlässlich der Abstimmung über die Stellungnahme über eine beschleunigte Aktion zur Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten im Rahmen der Armutslinderung, bei der sie alle ihre Änderungsanträge durchsetzen konnte. "Medikamente gegen Krankheiten wie Aids, TBC oder Malaria müssen so billig wie irgend möglich zu erhalten sein, damit sie für die betroffenen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt erschwinglich sind. Hier ist die Pharmaindustrie dringend gefordert, ihre Preise möglichst niedrig anzusetzen. Menschenleben sind keine Frage der Rentabilität", stellte Scheele klar. ****

Generika, also Medikamentenklons, müssten noch stärker angeboten werden. Scheele wies auf das TRIPS-Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums hin, wonach Staaten im Falle nationaler Notstände "auch ohne Genehmigung des Lizenzinhabers" das Produktionsrecht für Pharmazeutika an lokale Hersteller vergeben dürften.

In den ärmsten Ländern der Welt existierten viel zu wenig Produktionsstätten der Pharmaindustrie. "Wir brauchen schnell einen Ausbau der lokalen Produktionskapazitäten", betonte die SPÖ-Abgeordnete.

Auch im Bereich der Forschung und Entwicklung im Bereich der Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten sei noch viel zu tun. Scheele: "Hier geht es nicht um Profit. Hier geht es um Menschenleben."

"Frauen werden besonders von übertragbaren Krankheiten betroffen -einerseits durch Infektion und andererseits durch die wirtschaftliche Belastung durch die Krankheit. Frauen müssen daher - aber auch natürlich aufgrund ihrer Rolle in der Gesundheitserziehung -besonders in Gesundheitsprogramme miteinbezogen werden."

Der Kampf gegen Krankheiten könne nur im "globalen Zusammenhang" geführt werden. Der Begriff der "Nachhaltigkeit" sei hier der Schlüssel. "Um Krankheiten wie Aids, TBC oder Malaria einzudämmen brauchen wir Armutsbekämpfung, Bildung für alle und einen radikalen Schuldenabbau - ohne diese Aspekte ist Entwicklung unmöglich", schloss Scheele. (Schluss) se/mm

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