Ehemaliger Clintonberater Jeffrey Frankel erläutert Erfolgsfaktoren der US-Wirtschaft

Wien (OTS) - Konsequente Deregulierung, die Forcierung globaler Wirtschaftsstrategien und ein klares Bekenntnis zur Innovation seien jene Langzeitfaktoren, die den USA zur weltweiten Führungsmacht verholfen haben. So fasst Jeffrey A. Frankel, Harpel Professor of Capital Formation and Growth an der Harvard University, die Grundzüge des US-Erfolgsweges zusammen. Frankel legte seine Ausführungen auf Einladung von Deloitte & Touche auf der Tagung "Europa und USA im Spannungsfeld von Wirtschaft und Politik dar, bei der auch Bill Clinton heute Nachmittag referieren wird.

"Es sind gerade die Langzeitfaktoren, die den USA in der letzten Dekade zum Erfolgskurs verholfen haben", meinte Jeffrey A. Frankel in seiner Rede. Insbesondere in den letzten 25 Jahren, beginnend in der Regierungszeit von Jimmy Carter, haben die USA ihre Flexibilisierungsoffensive begonnen. Frankel sieht darin einen wesentlichen Grund zur Modernisierung und zur verstärkten Effizienz der amerikanischen Wirtschaft.

Das Wirtschaftswachstum der USA in den Jahren 1993 bis 2000, so Frankel weiter, sei zu einem Fünftel durch die Steigerung der Exporte verursacht. Der gleichzeitig starke Zuwachs der Importe und des Handelbilanzdefizits der USA hatten keine negativen Auswirkungen in der Phase der Expansion, sondern verhinderten einen Anstieg der Inflationsrate und des Zinsniveaus aufgrund der großen Binnennachfrage.

Ganz wesentlich aber, führte Frankel weiter aus, waren die Anstrengungen der USA im Bereich der Innovation. Dabei waren drei Bereiche ausschlaggebend: Innovation in der Technologie, im wettbewerbsfähigen Güter- und Arbeitsmarkt und im öffentlichen Sektor. Eine im Vergleich zu Europa verschärfte Restrukturierung der Unternehmen und das rasche Wachstum der dot.coms unterstützten die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft in den 90er Jahren.

Zudem seien die Arbeitsmärkte in den USA deutlich flexibler als in Europa, alleine zwischen 1991 und 2000 wurden 17 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitslosenrate fiel im selben Zeitraum von 7 auf 4 Prozent, konstatierte Frankel. Letztendlich wurden auch massive Reformen im sozialen Bereich, im Verteidigungsbereich und in der öffentlichen Verwaltung vollzogen, die die US-Wirtschaft unterstützen.

Frankel hob in seiner Rede hervor, dass die Größe und die Freizügigkeit der Europäischen Union den europäischen Wirtschaftsstandort aufwertet. Der ehemalige Clinton-Berater warnte aber vor verfrühten Hoffnungen in die gemeinsame europäische Währung. "Aller Erfahrung nach", so der Harvardprofessor, "werden die positiven Auswirkungen einer gemeinsamen Währung erst nach einiger Zeit spürbar." Daneben bedürfe es auch einer verstärkten Arbeitsmobilität, eines verstärkten Handels und auch einer gesamteuropäischen Steuerharmonisierung. "Damit die Europäer den gemeinsamen Markt unterstützen, muss jeder das Gefühl haben, sich freiwillig für die Union entschieden zu haben", stellte Frankel fest.

Der Harvard-Professor sah in seiner Rede abschließend aber auch Gefahren für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. So sei das Ausbildungssystem nicht mehr adäquat. Gleichzeitig verstärke sich derzeit der Eindruck der US-Bürger, dass es Anzeichen für wirtschaftliche Schwierigkeiten, für zu hohe Energiepreise und für wachsende Sicherheitsrisiken auf internationaler Ebene gebe.

Für die Welt seien die USA noch immer ein Vorbild, denn die Vereinigten Staaten zeigen, dass trotz Größe, ethnischer Vielfalt und kultureller Diversifizierung, ein friedliches und demokratisches Zusammenleben möglich ist.

Informationen zu Jeffrey A. Frankel
Jeffrey A. Frankel hat den James W. Harpel Chair für "Capital Formation and Growth" an der Kennedy School of Government der Harvard Universität in Boston, USA. Er ist Forschungspartner des National Bureau of Economic Research, bei welchem er als Direktor des Internationalen Finanz- und Makroökomomie-Programms tätig ist.

1996 wurde er von President Clinton in den Rat der Wirtschaftsberater berufen und anschließend vom Senat beeidigt. Als Mitglied war er für Internationale Wirtschaft, Makroökomomie und Umwelt verantwortlich. Er verließ das Weiße Haus im März 1999.

Vor seiner Tätigkeit an der Harvard Universität war Herr Frankel Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Seine Kompetenz und sein Wissen sind bei Institutionen wie dem International Monetary Fund, dem Brookings Institute, der World Bank, der Yale University oder dem Institute for International Economics regelmäßig gefragt.

Prof. Frankels Forschungsinteressen umfassen vor allem Globalisierung, internationale Finanzierung, Geldpolitik, Ost-Asien und globalen Klimawechsel. Kürzlich erschienene Publikationen sind u.a. Regional Trading Blocs (IIE, 1997) oder World Trade and Payment (1999), bei welchem Prof. Frankel Co-Autor ist.

Prof. Frankel wurde 1952 in San Francisco geboren, absolvierte sein Studium 1974 am Swarthmore College und promovierte 1978 am M.I.T.

Kongress "Europa und USA im Spannungsfeld von Wirtschaft und Politik" Die Konferenz ist das heurige Highlight der neuen Kongressreihe "Wirtschaftsblatt Seminare + Kongresse", welche von den drei Partnern Deloitte & Touche, Wirtschftsblatt und MDI ins Leben gerufen wurde. Events zu den verschiedensten Themen aus Wirtschaft und Politik stehen heuer noch auf dem Programm. Deloitte ist in dieser Partnerschaft für die inhaltliche Kompetenz verantwortlich.

Weitere Referenten des Kongresses sind u.a. Dr. Bernhard Gröhs, Partner von Deloitte & Toche, Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, Dkfm. Dr. Claus Raidl, Generaldirektor Boehler-Uddeholm, Franz Rottmeyer, Generaldirektor Opel Austria und Ehrengast Mr. William J. Clinton.

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Deloitte & Touche ist eines der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs- sowie Consultingunternehmen. Die Gruppe betreut sowohl multinationale und große nationale Unternehmen und öffentliche Institutionen, aber auch zunehmend eine Vielzahl schnell wachsender Klein- und Mittelbetriebe in 133 Ländern mit 92.000 Mitarbeitern.

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