Erziehungsmittel: Gehrer muss endlich ihre Hausaufgaben machen

AKS deckt skandalöse Hausordnungen gegen SchülerInnen auf

Wien (SK) Auf die weitgehende Realitätsverweigerung von Bildungsministerin Gehrer gegenüber skandalösen Erziehungsmitteln reagiert die Aktion Kritischer SchülerInnen mit dem Aufdecken konkreter Fallbeispiele. "Gehrer muss endlich die Realität erkennen. Sie hat die Schuladministrationen nicht unter Kontrolle und will ihr Versagen noch weitergehend auf dem Rücken der SchülerInnen austragen. Ihre 'Erziehungsvereinbarungen' sind eine autoritäre Mogelpackung", kritisierte Oliver Prausmüller, Bundesvorsitzender der Aktion Kritischer SchülerInnen. Die infolge angeführten Fallbeispiele zeigen die Willkür und gleichzeitigen pädagogischen Dilettantismus der verantwortlichen Schulleitungen auf. In einer Hauptschule in Niederösterreich gelten für wiederholte Vergehen u.a. folgende Sanktionen (es handelt sich um Originalzitate aus der Hausordnung):

  • "Unhöflichkeit hat zur Folge, dass der betroffene Schüler einen Tag lang in jeder Pause die notwendigen Unterrichts- und Lehrmittel des Lehrers, den er nicht gegrüßt hat, tragen muss"
  • "Wer im Schulhaus läuft, soll die Gelegenheit haben, seine überschüssigen Kräfte unverzüglich abzubauen: Geh´ dreimal vom Keller bis zum Dachboden im raschen Schritt rauf und runter"
  • Alle WC-Anlagen werden im sauberen Zustand verlassen" - bei Nichteinhaltung: "Die Toilette ist drei Tage gründlich zu reinigen"

Des weiteren ist die AKS in ihrer Recherche immer wieder auf das Problem der "compensation time", beschlossen via Hausordnung, gestoßen. SchülerInnen bekommen ein virtuelles Zeitkonto für Verstöße gegen die Hausordnung, die in hochgerechneter Zeiteinheiten für Nachsitzen enden. Infolge kommt es hierzu, dass gesetzlich verbotene Kollektivstrafen verhängt werden und z.B. eine ganze Klasse zum Aufräumen nach der Unterrichtszeit "verdonnert" wird. "Bildungsministerin Gehrer sollte einmal ihre Hausaufgaben in Sachen SchülerInnenrechte machen, bevor sie für solche Missstände den Rahmen noch weiter öffnet. Wo waren die Schulbehörden in all diesen Fällen?", übte Prausmüller weitergehend Kritik. "Die Ministerin war bis dato nicht fähig, eine einzige Sanktion für Eltern oder LehrerInnen in ihren sogenannten Vereinbarungen zu nennen. Oder will sie Eltern nachsitzen lassen?", wird die einseitige Orientierung von Prausmüller thematisiert. "Wir appellieren nocheinmal an die Regierungsparteien, zur Vernunft zu kommen. Unsere Forderungen nach Einführung von SchülerInnenanwälten, Umsetzung flächendeckender Konfliktmanagmentschulungen und der Einführung des verpflichtenden LehrerInnenfeedbacks harren auf ihre Umsetzung. Ein Antrag im Nationalrat zum Ausbau der SchülerInnenrechte wird seit einem Jahr von Blau-Schwarz blockiert", schloss Prausmüller. (Schluss) ps/mp

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