Tourismuswirtschaft: Euro-Vorbereitung läuft auf Hochtouren

Hörfunk-Belangsendung am17.5.2001 auf Ö1

Wien (PWK362) - Der Tourismus ist nach der Industrie Österreichs zweitgrößter Exporteur. Er exportiert Urlaub und Freizeit im Wert von mehr als 170 Milliarden Schilling. So hoch sind die Deviseneinnahmen aus der Tourismuswirtschaft. Und ein beträchtlicher Teil dieser Devisen wird von den ausländischen Gästen in bar bezahlt. In Hotels und Restaurants, in Bädern, auf Skipisten, im Souvenirhandel und als Eintrittsgeld bei Veranstaltungen. Damit gehört die Tourismus- und Freizeitwirtschaft zu den von der Euro-Umstellung am stärksten betroffenen Wirtschaftsbereichen. Dementsprechend intensiv beschäftigt sich die Wirtschaftskammer-Sektion Tourismus und Freizeitwirtschaft mit dem Problem der Übergangszeiten. Die ursprünglich geplanten sechs Monate waren für die Tourismusverantwortlichen inakzeptabel. Jetzt, gibt sich Sektionsobmann Johann Schenner, der am liebsten einen "Big Bang" um Mitternacht zum 1. Jänner 2002 gehabt hätte, mit den vorgesehenen zwei Monaten zufrieden: "Zwei Monate beide Währungen, Euro und Schilling, zu führen, ist, glaube ich, ein tragbarer Zeitraum. In dieser Zeit wird die Umstellung auf jeden Fall umsetzbar sein."

Die Tourismusbetriebe und ihre Mitarbeiter sind natürlich den Umgang mit Fremdwährungen gewöhnt. Das Problem ist nicht das Wechselgeld beim Kellner sondern die Umstellung aller betrieblichen Vorgänge, vom Einkauf bis zur Buchhaltung, auf Euro. Und vor allem muss die Logistik, die Auslieferung der Münzen und Scheine, funktionieren. Sonst passiert die Katastrophe zu Neujahr, warnt der Syndikus der Sektion Tourismus Michael Raffling: "Wir wissen, dass am 31. Dezember Bälle stattfinden. Da wird Geld ausgegeben. Nach Mitternacht ist plötzlich alles anders, da können alle mit Euro zahlen und die Tourismuswirtschaft muss in der Lage sein, das zu akzeptieren. Und muss sozusagen sofort in der Lage sein, richtig herauszugeben."

Also muss das Servierpersonal bei Zeiten mit Euro-Kleingeld versorgt werden. Die Kammer-Sektion rät allen Mitgliedern ab 1. Jänner 2002 nur noch Euro und Cents und keine Schillinge als Wechselgeld herauszugeben. Derzeit wird mit den Banken verhandelt, dass die Geldausgabeautomaten, die Bankomaten, ab Jahreswechsel nur noch Euro und vor allem kleine Scheine ausgeben, und als Wechselgeld beim Servierpersonal solle es ab 1. Jänner 2002 nur noch Euro und Cents geben, wünscht sich Raffling. "Wir wollen natürlich erreichen, dass die doppelte Bargeld-Phase relativ kurz ist. Nur sieht der derzeitige Beschluss eben vor, dass sie bis Ende Februar dauert. Wir werden sicherlich bis zum Schluss darauf drängen, die Phase vielleicht kürzer zu halten. Unserer Meinung nach wäre das für alle - auch für die Konsumenten - ein Vorteil," betont der Syndikus. Denn die Österreicher sind routinierte Fernreisende und haben mit Währungsumrechnung keine Probleme, ist Raffling überzeugt. Die Wirtschaftskammer Österreich hat also bis Jahresende noch viel an Vorbereitungsarbeit zu leisten.

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