50. Sendung von ALPHA Österreich: "Faszination menschliches Gehirn"

Wien (OTS) - ALPHA Österreich zeigt am Freitag, dem 18. Mai 2001, um 22.00 Uhr ein Wissenschaftsgespräch über die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung.

Kann die Hirnforschung den Geist des Menschen erklären? Diese Frage diskutierten der Neurobiologe Prof. Gerhard Roth vom Institut für Hirnforschung der Universität Bremen und der Philosoph Prof. Peter Heintel von der Universität Klagenfurt im Rahmen der "Tusculanischen Gespräche" Ende März dieses Jahres im ORF-Landesstudio Klagenfurt. Die Disputation wurde für die 50. Ausgabe der ORF-Kulturexportsendung ALPHA Österreich aufgezeichnet.

Beide Wissenschafter vertreten unterschiedliche Thesen, was im Kopf des Menschen vor sich geht, wenn er bestimmte Dinge wahrnimmt oder denkt. Prof. Roth argumentiert, dass sich differenzierte Bewusstseinszustände und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns mittels naturwissenschaftlicher Forschungsmethoden empirisch beschreiben lassen. Der Philosoph Prof. Heintel widerspricht, da er Gedanken nur für bedingt messbar hält. "Wir sind das, was wir beobachten", sagt er. Es handelt sich um einen erkenntnistheoretischen Zirkel: Der Beobachter beobachtet den Bobachter und kann sich selbst nie "einholen", also kein authentisches Bild von dem erzeugen, was als "Ich" bezeichnet wird.

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa einer Billion (= eine Million Millionen) Nervenzellen und einer Trillion (= eine Million Billionen) Synapsen, so genannten Umschaltstellen zwischen Nervenfortsätzen. Der Naturwissenschafter Gerhard Roth macht durch die Messung von Hirnströmen das Unbewusste im Menschen sichtbar, sagt, er könne auf diese Weise sogar feststellen, ob ein Mensch lügt oder nicht. Für den Philosophen Peter Heintel sind Gefühle in sich widersprüchlich und lassen sich daher weder physikalisch noch nach dem Prinzip der Logik erfassen.

Peter Heintel sieht die historische Wandlung diverser Hirnforschungsmodelle kulturell bedingt. Während man früher dem "Bauchhirn" größere Bedeutung beimaß, konzentrieren sich heutige Hirnforscher zumeist nur auf einen Teil des Ganzen, übersehen jedoch, dass der gesamte Körper des Menschen von Nervenbahnen durchzogen ist. Auch wenn Physiologen mindestens zehn verschiedene "Ich" des Menschen im Gehirn lokalisieren, ist es bis heute nicht gelungen, das komplizierte Netzwerk der Nervenzellen vollständig zu verstehen und damit den Geist des Menschen zu erklären - frei nach Sokrates Spruch "Ich weiß, dass ich nichts weiß ...".

ALPHA Österreich, am Freitag, dem 18. Mai, um 22.00 Uhr veranschaulicht mit der Diskussion über die "Faszination menschliches Gehirn", dass der Forschung noch zahlreiche Herausforderungen bevorstehen. Die Sendung wird am Montag, dem 21. Mai, um 16.00 Uhr wiederholt.

ALPHA Österreich, das ORF-Fenster im Programm von BR-alpha, dem Bildungsspartenkanal des Bayerischen Rundfunks, kann über die Satelliten ASTRA 1B (analog) und ASTRA 1G (digital) europaweit empfangen werden. Eine Vorschau auf weitere ALPHA Österreich-Sendungen ist im Internet (http://tv.orf.at/alpha) und in ORF TELETEXT auf Seite 308 zu finden.

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