Geregelt: So rollen Sie mit Scooter, Skates, Kickboard & Co sicher durch den Straßenverkehr

Trendsportarten im Straßenverkehr: Einhaltung bestimmter Spielregeln im Umgang mit Sportgeräten garantiert ungetrübten Spaß und Sicherheit

Wien (KfV-Presse) - "Eine Fülle neuartiger, trendiger Sportgeräte lockt tausende Bewegungshungrige, vor allem Kinder und Jugendliche, auf Österreichs Straßen. Inline-Skates, Skate-, Kick- und Snakeboards, Scooter, Sidewalker und Elektrofahrräder bevölkern seit einigen Jahren die öffentlichen Verkehrsflächen - Tendenz zunehmend. "Diese neuen Geräte bringen nicht nur Spaß und Freude mit sich, man muß sich auch an bestimmte Spielregeln halten, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen und sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden", so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), und weiter: "Nicht blockieren und verhindern, sondern klar verständliche Spielregeln festlegen, das ist unser Ziel."

Durch die rasante Entwicklung der Trendsportgeräte ist besonderes Augenmerk auf die geänderte rechtliche Situation zu legen. "Wir wollen ein wenig Licht in die oft unübersichtliche rechtliche Situation bringen. Deshalb bieten wir Informationen über allfällige Hindernisse, zeigen Gefahrenquellen auf und bieten Lösungsansätze", so Thann. Um längerfristig deutliche Erfolge in punkto Sicherheit erzielen zu können, müssen drei Ebenen berücksichtigt werden:
Gesetzliche Regelung und Kontrolle, verstärkte Bewußtseinsbildung sowie verkehrsorganisatorische und straßenbauliche Maßnahmen.

Gesetzliche Regelung und Kontrolle

Österreich verfügt seit der 20. StVO-Novelle über eines der modernsten europäischen Gesetze im Bereich Inline-Skaten. "Die Bestimmungen für die restlichen Sportgeräte sind ausreichend flexibel angelegt - somit sind keine weiteren Verordnungen und Gesetzesänderungen mehr nötig", so Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der KfV-Rechtsabteilung. "Die Rechtsgrundlage für diese Aktivitäten ist der Straßenverkehrsordnung zwar nur schwer zu entnehmen, dennoch - es gibt klare, einfache und verständliche Regeln für alle Trendsportgeräte: Welche Verkehrsflächen verwendet werden dürfen, welche Regeln dabei einzuhalten sind und wie alt die Benützer dieser Trendsportgeräte sein müssen," erläutert Mag. Kaltenegger.

Erlaubte Verkehrsflächen: Gehsteig, Gehweg, Fußgängerzone, Wohnstraße, Spielstraße, für: Skater, Scooter, Snake-, Skate- und Kickboard; Zusätzlich darf mit Inline-Skates auf Rollschuhstraßen und Radfahranlagen gefahren werden (außerhalb eines Ortes dürfen nur Radwege benützt werden).

Verhaltensregeln: Niemanden gefährden oder behindern (nicht zu knapp an Fußgängern vorbeifahren), besonders langsam fahren, wenn Fußgänger in der Nähe sind

Altersgrenzen: Ab 12 Jahren dürfen Kinder alleine fahren, mit Radfahrausweis ab 10 Jahren. Darunter muß das Kind von einer zumindest 16jährigen Begleitperson beaufsichtigt werden.

Stockinger: Beamte wirken durch Anwesenheit ordnend und präventiv

Auf Verkehrsflächen, wo die Mischung von Fußgängern und Radfahrern mit den neuen Trendsportlern gegeben ist, ist auch die Präsenz der Exekutive notwendig. "Fußstreifenbeamte, aber auch immer mehr Polizisten mit Fahrrädern wirken alleine durch ihre Anwesenheit ordnend und präventiv. Meist wird ein "Aufmerksammachen" - das wurde falsch gemacht - so sollte es richtig sein - durch Polizisten vollkommen ausreichen", so Oberst Franz Stockinger, Leiter der Verkehrsabteilung der Bundespolizeidirektion Wien. Wie auch sonst im Straßenverkehr müssen Unbelehrbare und Rücksichtslose aber auch mit Organmandaten und Anzeigen rechnen. "Bei gegenseitiger Rücksichtnahme sollte es aber auch ohne derartige Maßnahmen gehen. Eines haben Fußgänger, Radfahrer und Trendsportler den Autobenützern voraus: Es gibt kein trennendes Blech, das einen freundlichen Blick und erforderlichenfalls eine sofortige höfliche Entschuldigung verhindert", so Stockinger weiter.

Verstärkte Bewußtseinsbildung

Um das Bewußtsein für neuartige Sportgeräte und den Umgang damit zu schaffen, hat das KfV einen neuen Folder "Trendsportarten im Verkehr" produziert, der sich an Kinder und deren Eltern richtet. Darin wird erklärt wo man mit den verschiedenen Geräten fahren darf, wie man sich gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern verhält und ab welchem Alter man ohne Aufsicht unterwegs sein darf. Außerdem wird die benötigte Schutzausrüstung aufgezeigt. Der Folder wird österreichweit in über 80 Filialen von Sports Experts und Intersport aufliegen. Gesponsert wurde er von ebendiesen Sportgeschäften und von der Raiffeisenversicherung. Außerdem kann der Folder beim KfV unter der Tel: 01 717 70 233 oder 161 und dessen Landesstellen bestellt werden. Um den praktischen Aspekt nicht außer Acht zu lassen, bietet das Institut "Sicher Leben" wieder Inline-Skater Kurse für Schulen an. Informationen und Anmeldung: Mag Evelyne Antreich: 01 715 66 44 316.

Verkehrsorganisatorische und straßenbauliche Maßnahmen

Scooter, Snake-, Skate- und Kickboarder benötigen asphaltierte Flächen. In allen Gebieten mit spielenden Kindern ist daher für ausreichend breite Gehsteige, Spiel- und Fußgängerflächen zu sorgen. Zu beachten ist, daß in Wohngebieten ohne Gehsteige (ausgenommen Wohnstraßen) Boards und Scooter überhaupt nicht benützt werden dürfen. Hier sind daher asphaltierte Spiel- und Sportplätze oder Spiel- Wohn- und Rollschuhstraßen als Ausgleich zu fordern. Vor allem große Erholungsgebiete sind geradezu prädestiniert für Trendsportarten. Mit Inline-Skates werden große Touren bis zu 30 km unternommen. Daher ist auf Radwegen in Erholungsgebieten der größere Breitenbedarf der Inline-Skater zu berücksichtigen. Auch auf Wegen in der Umgebung von Grünräumen sollten durch breitere Radwege und übersichtliche Kreuzungen (längerer Bremsweg als Radfahrer) die Besonderheiten der Inline-Skater mitbeachtet werden.

Rund 1 Mio. Trendsportler unterwegs

Die Zahl der Ausübenden beim Inlineskaten, Skateboarden etc. hat sich in den letzten Jahren rapide entwickelt. Waren es im Jahr 1995 noch 305.500 Ausübende, sind es mittlerweile rund 1.100.000. Damit ist auch die Zahl der Verletzten gestiegen. Für rund 10.000 Skater z.B. endet der Spaß auf Rollen jedes Jahr mit einer Verletzung, die im Spital versorgt werden muß. Die behandelten Verletzungen sind in der Regel schwer. Mehr als jede zweite Blessur ist ein Knochenbruch, meist des Handgelenkes oder des Unterarmes. Die Verletzten sind durchschnittlich 20 Jahre alt. Am häufigsten kommt es zu Unfällen durch Stürze aufgrund mangelnder Beherrschung der Skates, verbunden mit schlechter Sturztechnik sowie Unkenntnis grundlegender Sicherheits- oder Verhaltensregeln. Wichtig ist außerdem, daß man zumindest Handgelenks- und Knieschützer trägt - und natürlich einen Helm.

Holdhaus: Sport ist gesund

Keine Frage: Sport ist gesund, steigert unsere Lebenserwartung und -qualität und beugt vielen Krankheiten vor, besonders dann, wenn er regelmäßig betrieben wird. "Man muß viel aufgeschlossener gegenüber Trendsportarten sein. Lust, Freude, Abenteuer und viel Bewegung werden damit assoziiert. Das richtige Fahren muß jeder Ausübende lernen sowie über die benötigte Schutzausrüstung Bescheid wissen", so Prof. Hans Holdhaus, Direktor des Institutes für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung. "Außerdem muß jede Art von Sport überlegt ausgeübt werden, das ist wichtig, um Verletzungen vorzubeugen", so Holdhaus. Man darf nie vergessen, daß noch andere Menschen unterwegs sind. So gehören z.B. Kollisionen mit Radfahrern zu den schlimmsten Unfällen. Sportarten, die regelmäßig und viele Stunden im Jahr ausgeübt werden, versprechen einen höheren Gewinn für die Gesundheit. (Schluß)

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