Jetzt auch Restitutionszahlung der Rechtsanwaltschaft fixiert

Knirsch: "Menschliche und moralische Solidarität ist unverzichtbar"

Wien (OTS) - "Als freiwilligen Beitrag zur Restitution, der aus menschlicher und moralischer Solidarität geleistet wird und unverzichtbar ist" bezeichnete der Präsident der Wiener Rechtsanwaltskammer, Dr. Peter KNIRSCH, den pauschalierten Beitrag in der Höhe von 2,5 Millionen Schilling, der nunmehr seitens der RAK Wien in den Entschädigungsfonds fließen wird. Der Beschluß der Wiener Rechtsanwaltskammer, "daß sich auch die Anwaltschaft an diesem wichtigen nationalen und historischen Projekt beteiligt", liegt jetzt vor.+++

Rechtsanwaltskammer Wien zahlt ATS 2,5 Millionen

Die mit Abstand größte Rechtsanwaltskammer Österreichs zahlt mit den beschlossenen ATS 2,5 Millionen mehr als ein Drittel des Gesamtbetrages der österreichischen Rechtsanwaltschaft in den Entschädigungsfonds, um den die Rechtsanwaltskammern seitens der Bundesregierung gebeten wurden.

"60 Jahre nach dem düstersten Kapitel der Geschichte sind die Greuel dieser Zeit für viele kaum noch nachvollziehbar. Allein in Wien wurden im Jahr 1938 insgesamt 1.484 Kollegen aus rassistischen und politischen Gründen aus der Liste der Rechtsanwaltskammer gestrichen. Weitere 358 Kollegen sind einer solchen Streichung durch die Zurücklegung ihrer Berufstätigkeit zuvorgekommen. Das waren rund zwei Drittel der Wiener Advokatur", erklärte Dr. Peter KNIRSCH.

Moralische Verantwortung

Die Rechtsanwaltschaft sehe es als irreversible Realität, daß jeder Staat, den die Geschichte in den Nationalsozialismus verstrickte, heute eine letztmalige Bereinigung von Forderungen vorzunehmen habe.

Im Rahmen dieser nationalen Solidaritätsaktion sollen daher durch einen abschließenden Beitrag aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges auch etwaige Schulden abgestattet werden, die - aus welchen Titeln auch immer - gegenüber der Republik Österreich oder ihren Rechtsunterworfenen offen sein mögen. "Selbst dann, wenn es sich, wie im Fall der Rechtsanwaltskammer Wien, weder um Abstattung einer persönlichen Schuld, noch um eine Rechtfertigungszahlung für unzulässigen Nutzen aus ehemals unrechtmäßig entzogenem Vermögen handelt".

Sehr bewußt ein Zeichen setzen

"In der Gnade der späten Geburt" wolle die Anwaltschaft aus Solidarität sehr bewußt ein materielles Zeichen setzen. "Nicht nur, um zu dokumentieren, daß wir das Schicksal unserer jüdischen Kollegen nicht vergessen haben. Sondern auch, um durch diese freiwillige Leistung die moralische Verantwortung anzuerkennen, wie sie in der Zielformulierung des Entschädigungsfonds zum Ausdruck kommt. Mit unserer schnellen, klar positiven Antwort auf das Begehren der Bundesregierung, wonach haben wir diesem Bedürfnis Rechnung getragen", schloß Präsident Dr. Peter KNIRSCH. ++++

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